Asthma-Anfall: Wann muss man ins Krankenhaus?

Bei einem Asthmaanfall verkleinern sich die Atemwege innerhalb kurzer Zeit (Atemwegsobstruktion). Das führt zu plötzlicher starker Atemnot, Pfeifgeräuschen beim Atmen und einem trockenen Husten.

Wenn Medikamente nichts mehr bringen

Bei einem schweren Anfall, der sich mit Medikamenten nicht unterbrechen lässt, muss der Betroffene unverzüglich ins Krankenhaus und ggf. sogar intensivmedizinisch behandelt und beatmet werden.

Bei einem Asthmaanfall ist eine Einweisung ins Krankenhaus in folgenden Situationen notwendig:

  • wenn ein Asthmaanfall überhaupt nicht abklingt, sondern mehrere Stunden anhält (Status asthmaticus)
  • wenn Sie einen sehr schweren, möglicherweise lebensbedrohlichen Asthmaanfall haben
  • bei Kindern unter 12 Jahren, die unter starker Atemnot leiden und nicht mehr sprechen können

Meist nicht aus heiterem Himmel

Oft gibt es einen bestimmten Auslöser für einen Asthmaanfall. Daher ist es wichtig, dass Sie, wenn es Ihnen in der akuten Situation gelingt, sich bzw. Ihr Kind genau beobachten und darauf achten bzw. im Nachhinein überlegen, was dem Anfall vorausging.

Vielleicht fällt Ihnen auf, dass Sie in bestimmten Situationen regelmäßig Probleme beim Atmen bekommen. Dann lässt sich vielleicht ein sogenanntes Allergen ausfindig machen, auf das Sie übermäßig reagieren. Ein Asthmaanfall wird aber auch durch einen Atemwegsinfekt begünstigt, wenn die Bronchien ohnehin schon gereizt sind. Oder er wird durch eine starke körperliche Belastung ausgelöst.

Im Krankenhaus wird die notwendige Diagnostik und Therapie eingeleitet. Hier können Sie die Medikamenten auch direkt über die Vene bekommen und werden ggf. mit Sauerstoff versorgt. Außerdem werden Sie an einen Monitor angeschlossen und kontinuierlich überwacht. Entlassen werden Sie erst, wenn Sie auf die Behandlung gut ansprechen, sich Ihre Lungenfunktion stabilisiert hat und Sie wieder problemlos atmen können.

Reha und Schulung

Nach einem Asthmaanfall ist es sinnvoll, an einer Asthmaschulung teilzunehmen. Hier bekommen Sie nützliche Hintergrundinformationen, damit Sie verstehen, was eigentlich genau passiert, wenn Sie Beschwerden beim Atmen bekommen, und wie Sie sich davor schützen können. Außerdem erlernen Sie für den Notfall nützliche Selbsthilfemaßnahmen. Ihre Medikamente und Inhalationstechniken werden überprüft und ggf. optimiert. Außerdem werden Sie motiviert, ein Asthmatagebuch zu führen, um Ihre Symptome besser im Blick zu haben und steuern zu können.

Ggf. ist auch eine Rehabilitation in Form einer sogenannten Anschlussheilbehandlung (AHB) sinnvoll. Sie kann noch im Krankenhaus organisiert und eingeleitet werden.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Asthma: Behandlung und Prognose

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