Was ist Komplementärmedizin?

Eine einheitliche Definition, was komplementäre Medizin oder Komplementärmedizin ist, gibt es nicht. Selbst innerhalb der ausübenden Berufsgruppen gehen die Ansichten über Grundlagen, Inhalte und Ziele auseinander. Synonym wird auch oft von Alternativmedizin und ganzheitlicher Medizin gesprochen, die besonders im umgangssprachlichen Gebrauch ebenfalls nicht klar voneinander abgegrenzt sind. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO fasst Komplementärmedizin und alternative Medizin zusammen.

Fakt ist, dass jeder etwas anderes darunter versteht. Auch die im Folgenden gegebenen Erklärungen können nur eine von mehreren Sichtweisen darlegen.

Es geht ums Miteinander

Komplementäre Medizin ist von der Wortbildung her betrachtet eine Medizin, die ergänzend zu klassisch schulmedizinischen Verfahren eingesetzt werden kann. Der Begriff impliziert ein „Miteinander“. Eigentlich sollten sich hier genau die Behandlungsformen finden, nach denen die Patienten am meisten fragen:

  • Was kann ich mir zusätzlich zu der empfohlenen Standardtherapie Gutes tun?
  • Was hilft mir begleitend zur Chemotherapie bei Krebs?

Die Studienlage für diese „gemeinsame“ Therapie ist allerdings dünn und Kommunikation und der Wille zur produktiven Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Therapierichtungen noch sehr ausbaufähig.

Projekt der Deutschen Krebshilfe

Der Begriff Komplementärmedizin ist insgesamt nicht so geläufig, was sich u.a. an den nur knapp 200.000 Suchergebnissen bei Google zeigt (gegenüber 14 Millionen bei „alternative Medizin/Alternativmedizin“). Bei gezielten Recherchen im Bereich Komplementärmedizin stößt man schnell auf Grenzen, rasch verschwimmt die Begrifflichkeit Richtung „alternative Medizin“.

Wegen der enorm hohen Nachfrage und Aktualität hat die Deutsche Krebshilfe mit dem Ziel, das Wissen über komplementäre Methoden in der Krebstherapie zu sammeln und wissenschaftlich zu bewerten, das Förderschwerpunkt-Programm „Komplementärmedizin in der Onkologie - KOKON“ eingerichtet (und sich dabei für den Begriff Komplementärmedizin entschieden). Dafür bereitgestellt wurden 2,5 Mio Euro.

Typische komplementärmedizinische Verfahren

Häufig in der Praxis eingesetzte (aber bislang in Verbindung mit „klassischer Medizin“ unzureichend dokumentierte und ausgewertete) komplementärmedizinische Verfahren sind

  • Homöopathie,
  • Naturheilverfahren,
  • Akupunktur,
  • Entspannungsverfahren,
  • psychologische Verfahren,
  • Psychotherapie,
  • spezielle Schmerztherapie
  • und orthomolekulare Medizin.

Autorin: Dr. med. Barbara Scholtissek, Praxis Ganzheitliche Medizin/Psychosomatik/Psychoonkologie in München

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