Was versteht man unter sublingualer Immuntherapie (SLIT)?

Die sublinguale Immuntherapie ist eine noch recht neue Variante der spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung). Dabei wird der Fremdstoff, gegen den man allergisch ist und an den man sich langsam gewöhnen soll, nicht auf herkömmliche Art unter die Haut gespritzt, sondern unter die Zunge geträufelt.

Die Methode hat Vor- und Nachteile. Auf die Spritzen verzichten zu können, ist natürlich ein klarer Fortschritt. Auch schwere Nebenwirkungen und Komplikationen sind bei der Verabreichung unter die Zunge deutlich seltener. Allerdings ist noch nicht ganz klar, ob nicht auch der therapeutische Effekt geringer ist.

Außerdem hat sich gezeigt, dass die Behandlung sehr viel häufiger abgebrochen wird als die Spritzenform der spezifischen Immuntherapie. Das klingt zunächst einmal absurd, ist die Behandlung doch sehr viel weniger unangenehm. Aber offenbar verleitet die Möglichkeit, sich die Tropfen selber verabreichen zu können, auch dazu, es zu vergessen. Oder anders ausgedrückt: Da man wegen der Spritzen zum Arzt muss, hat man auch eine laufende Erinnerung an die nächsten Termine.

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