Ist die Hyposensibilisierung ohne Spritzen genauso effektiv?

Das ist noch nicht so ganz sicher. Die sogenannte sublinguale Immuntherapie, bei der die Allergiestoffe unter die Zunge geträufelt statt gespritzt werden, ist ja noch nicht allzu lange im Einsatz und in vielerlei Hinsicht noch in Erprobung.

Tatsache ist: Auch diese Variante der Hyposensibilsierung wirkt. Bei Menschen mit Pollenallergie führte die sublinguale Immuntherapie (sub = unter ; lingual = Zunge) im Schnitt zu einer deutlichen Reduzierung des Medikamentenbedarfs in der "Hochsaison". Inwieweit auch asthmatische Beschwerden gelindert werden bzw. eine Entstehung von Asthma verhindert wird, ist noch nicht sicher. Auch der Effekt bei Kindern ist noch zu wenig untersucht, als dass man hier schon klare Empfehlungen geben könnte.

Vor- und Nachteile der Zungen-Variante

Was für die sublinguale Variante spricht, ist klar: Man muss nicht mehr spritzen. Gerade für Menschen mit einer gewissen Spritzenangst ein enormer Vorteil.

Was gegen die sublinguale Immuntherapie spricht: In den Studien war die Abbrecher-Quote höher als bei der Hyposensibilisierung per Spritze. Das ist zunächst sehr überraschend, wo doch die Behandlung viel weniger ungenehm ist. Die befragten Therapie-Abbrecher gaben aber nicht selten auch mangelnde Wirkung an. Die spritzlose Variante muss sich also erst noch etwas mehr beweisen, bevor man hier eindeutige Empfehlungen aussprechen kann.

Autor: , November 2012


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