Bedeutet ein positiver Allergietest in jedem Fall, dass ich an einer Allergie leide?

Nein, ein positiver Allergietest ist allein für sich genommen noch keine Allergie. Das ist erst der Fall, wenn auch die zu erwartenden Beschwerden und Krankheitserscheinungen, etwa eine Entzündung und Gewebeschädigung, auftreten.

So fallen beispielsweise bei albanischen Kindern Allergietests genauso häufig positiv aus wie bei ihren deutschen Altersgenossen. Allergische Erkrankungen werden bei ihnen aber in weit geringerem Maße festgestellt.

Ein Allergietest an der Haut und/oder im Blut weist also zunächst einmal nur auf eine erfolgte Sensibilisierung des Körpers gegenüber dem betreffenden Allergiestoff (Allergen) hin. Ob Ihre Testergebnisse und etwaige Beschwerden zusammenpassen, muss der Arzt im weiteren Diagnostikverlauf herausfinden. Dafür können zusätzliche Untersuchungen erforderlich werden, bei Verdacht auf eine Lebensmittelallergie etwa spezielle Ausschlussdiäten und eine gezielte Provokation.

Folglich wird auch nicht das Ergebnis eines Allergietests behandelt, sondern immer die Erkrankung, die sich auf der Grundlage eines allergischen Geschehens entwickelt hat.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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