Mehr Keime im Darm, weniger Allergien

Die Vielzahl verschiedener Keime, die den Darm von Säuglingen besiedeln, haben Einfluss auf die Gesundheit der Kinder. Eine in Dänemark durchgeführte Studie hat ermittelt, dass je mehr unterschiedliche Bakterien vorhanden waren, die Kinder später im Leben umso seltener an Allergien erkrankten.

Unsere Darmflora ist der Ort, an dem über 400 unterschiedliche Bakterienstämme mit etwa 1.800 Gattungen und 36.000 Arten leben. Das bedeutet, dass in unserem Darm mehrere Milliarden Bakterien hausen. Die haben wichtige Aufgaben: beispielsweise bei der Verdauung, aber auch bei der Abwehr von Krankheiten. Mittlerweile vermuten Ärzte,  dass Veränderungen in der Zusammensetzung der Bakterien für das Entstehen verschiedener Erkrankungen verantwortlich sind.

Eine große Artenvielfalt schützt vor Allergien und anderen Krankheiten

Das bestätigt nun auch eine aktuelle Studie. Wissenschaftler der Universität Kopenhagen haben 411 Babys über den Zeitraum von sechs Jahren zweimal pro Jahr untersucht. Dabei stellten sie folgendes fest: Bei einer geringen Vielfalt von Darmbakterien in der Kindheit steigt die Wahrscheinlichkeit, im Schulalter an einer Allergie zu erkranken.

Die Wissenschaftler sagen nun, dass es nicht auf die tatsächliche Menge der Bakterien, sondern entscheidend auf die Vielzahl der unterschiedlichen Arten ankommt. Sie vermuten auch, dass die Beschaffenheit der Darmflora auf die Entwicklung anderer Lebensstil-bedingten Krankheiten wie Diabetes oder Übergewicht Einfluss nimmt.

WANC 18.01.2012
Quelle: Journal of Allergy and Clinical Immunology, doi.10.1016/j.jaci.2011.04.060

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