Was sollte vor einer Botox-Behandlung abgeklärt werden?

Vor Beginn einer rein kosmetischen Therapie mit Botulinumtoxin muss sichergestellt sein, dass Botox – so der Handelsname – auch wirklich das richtige Mittel ist. Nicht jede unerwünschte Runzelung spricht hier an.

Denn aufgrund der speziellen Wirkweise müssen die Falten notwendigerweise einen muskulären Ursprung haben und nicht beispielsweise durch reine Hautalterung bedingt sein!

Gegen Zornesfalte und Krähenfüße

Die beiden häufigsten und bestbewährten Anwendungsgebiete sind heutzutage:

  • die Minimierung der sogenannten „Zornesfalte“, also einer senkrecht verlaufenden Linie zwischen den Augenbrauen – auch Glabella-Region genannt.
  • die Reduzierung sogenannter „Krähenfüße“, d.h. der mit zunehmenden Alter sternförmig zulaufenden Fältchen im äußeren Augenwinkel

Auch der Stirnbereich wird häufig und erfolgreich unterspritzt – allerdings sind nur die oben genannten Regionen offiziell für Botox zugelassen und somit besonders sicher und erprobt.

Botox ist in einigen Fällen tabu

Bei einem ärztlichen Vorab-Gespräch wird auch geklärt, ob generell etwas gegen die Anwendung von Botulinumtoxin spricht: Selbst wenn bisher keine negativen Auswirkungen auf Babys bekannt sind, sollte das Mittel in Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber nicht verwendet werden – letztlich handelt es sich ja um ein Nervengift. Auch wenn aktuell bestimmte Antibiotika – die sogenannten Aminoglykoside – eingenommen werden, muss eine Botox-Behandlung erst mal warten. Sonst kann es zu einer unvorhersehbaren Verstärkung des Toxins kommen. Patienten mit bestimmten Nervenkrankheiten (Lambert-Eaton-Syndrom oder Myasthenia gravis) sollten in jedem Fall auf diese Art Anti-Falten-Methode verzichten!

Wichtig ist desweiteren, dass der betreffende Körperbereich zum Zeitpunkt der Behandlung entzündungsfrei ist und möglichst auch keine blutverdünnenden Medikamente (z.B. auch Aspirin) eingenommen wurden – sonst drohen Infektionen und Einblutungen in den Einstichstellen.

Weniger ist hier meist mehr

Eine realistische Einschätzung des Therapieeffekts muss ein weiteres Ziel des Erstgesprächs sein. Zwar können mit einem erfahrenen Arzt und günstigen Gesamtbedingungen oft hervorragende Ergebnisse erzielt werden. Allerdings ist Botox nicht automatisch gleichzusetzen mit „ewigem Jungbrunnen“ und natürlicher Anmut. Zum einen muss die Prozedur zur Erhaltung des Effekts nach spätestens 3 - 4 Monaten wiederholt werden. Zum anderen können falscher Ehrgeiz und Überdosierung auch leicht zu einem maskenhaften und somit alles andere als ästhetischen Aussehen führen.

Ansonsten gilt die kosmetische Behandlung mit Botulinumtoxin heute allerdings als weitgehend risikoarmes und effektives Verfahren der Hautglättung.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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