Operative Korrektur einer Gynäkomastie: Was sollte man wissen?

Die Vergrößerung der männlichen Brust ist ein relativ häufiges Phänomen und kann vielfältige Ursachen haben: natürliche Reifeprozesse im Jugendalter, Begleiterscheinung von bestimmten Arzneistoffen, Symptom einer Erkrankung oder einfach der Effekt einer Fettleibigkeit.

Zunächst sollten die Gründe für eine sogenannte Gynäkomastie gefunden und – insbesondere im Falle von hormonellen oder sonstigen Erkrankungen – entsprechend behandelt werden. Bei primärem Übergewicht hilft eine konsequente Diät und Sport meist auch gegen die Fettdepots an der Brust. In all diesen Fällen kann sich die Brustschwellung anschließend wieder zurückbilden – oftmals passiert das trotz richtigem Behandlungsansatz aber nicht. Wenn die Vergrößerung zum ästhetischen und somit meist psychischen Problem wird, kann eine operative Korrektur meist zu einem befriedigenden Ergebnis führen.

Kaum Narben nach Gynäkomastie-OP

Bei solch einer OP geht es darum, den vergrößerten Drüsen- und Fettkörper zu reduzieren und bei Bedarf auch die Brustwarze optisch anzupassen – das heißt in dem Fall meist, sie zu verkleinern oder leicht zu verschieben. Je nach Ausgangslage kommt bei Vergrößerung der männlichen Brust eine offene Operation (die sogenannte subkutane Mastektomie), eine Fettabsaugung (also eine Liposuktion) oder häufig auch eine Kombination aus beiden Verfahren infrage. Der Hautschnitt mit Skalpell wird in der Regel innerhalb oder rund um die Brustwarze gesetzt, sodass es später kaum sichtbare Narbenbildung gibt. Nur bei sehr ausgeprägten Befunden, in denen auch überschüssige Haut entfernt werden muss, bedarf es einer großzügigeren Schnittführung und damit resultieren auch feine Narben auf der äußeren Haut.

Risikoarm und effektiv

Anschließend wird Drüsengewebe und Fett entfernt, wobei eine begleitende Liposuktion die symmetrische Angleichung der Brustkontur unterstützen kann und sich auch günstig auf die Blutungswahrscheinlichkeit auswirkt. (Bei Vorliegen einer leichten Form einer reinen Brustverfettung kann im Einzelfall auch eine alleinige Liposuktion ausreichen).

Zum Schluss wird vernäht und der Patient mit einem elastischen Verband bzw. Mieder versorgt, welcher in den ersten 2 - 4Wochen zumindest tagsüber getragen werden sollte. Eventuelle Schwellungen, Wundschmerzen oder Einblutungen gehen nach kurzer Zeit von selbst weg – generell gilt der Eingriff als sehr risikoarm. In den ersten Wochen sollte körperliche Anstrengung und Sport vermieden werden. Die künftige Brustkontur ist meist erst nach etwa drei Monaten endgültig sichtbar. Diverse Untersuchungen bestätigen, dass die überwiegende Zahl der behandelten Patienten mit dem Ergebnis sehr zufrieden ist.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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