Worauf sollte man nach einer Brustverkleinerungs-OP achten?

Eine Brustverkleinerung, die sogenannte Mammareduktionsplastik, ist kein Bagatell-Eingriff, sondern schon eine große Operation. Um auch langfristig ein optisch und medizinisch gutes Ergebnis – also eine formschöne und gesunde Brust – zu bekommen, sollte auch die Nachsorge sehr ernst genommen werden.

Meist wird die OP in Vollnarkose durchgeführt. Ob man am Abend wieder nach Hause kann oder noch ein paar Tage im Krankenhaus bleibt, hängt meist vom Usus der Klinik bzw. Praxis ab. Ein größerer Umfang der OP oder das Vorliegen von individuellen Risikofaktoren oder Vorerkrankungen kann aber dazu führen, dass man zur Sicherheit noch ein oder zwei Tage (länger) zur Beobachtung auf Station bleibt.

Der Stütz-BH ist das A und O

Leichte Wundschmerzen, kleinere Einblutungen sowie ein Anschwellen oder Spannungsgefühl der Brüste sind nach solch einem Eingriff normal und verschwinden meist nach wenigen Wochen von selbst. Nach 2-3 Tagen werden die feinen Wundschläuche (Drainagen) und nach 2-3 Wochen die Fäden gezogen.

Oft wird nach der OP zunächst ein Druckverband angelegt, welcher nach einigen Tagen durch einen speziellen Stütz-BH ersetzt wird. Dieser sollte – wenn vom Operateur nicht anders verordnet – mindestens drei Wochen lang rund um die Uhr getragen werden. Danach kann für drei weitere Wochen ggf. auf die nächtliche Nutzung verzichtet werden. Je nach OP und individueller Empfehlung kann aber auch ein kontinuierliches Tragen des Stütz-BHs über drei Monate sinnvoll sein.

Alles zwei Gänge runterfahren

Auf eine Schlafposition in Bauchlage sollten Sie mindestens acht Wochen verzichten. Auch körperliche Schonung ist sehr wichtig: Je nach beruflicher Tätigkeit müssen Sie mit 2-4 Wochen Auszeit rechnen. Sportliche Aktivität sollten Sie etwa vier Wochen unterbrechen. Bewegungsarten wie Tennis, die besonders Armpartie, Brustkorb und Schultergürtel beanspruchen, können frühestens nach drei Monaten wieder begonnen werden.

Achtung: Hier sollten Sie auch bei Haushalt und Familie explizit kürzertreten: Das Schleppen von Getränkekisten, das Aufhängen von Wäsche, das Putzen der oberen Fenster, das Heben eines Kleinkindes... jede körperlich schwere Tätigkeit sollte in den Wochen nach der OP vermieden oder aber mit Bedacht durchgeführt werden. Bitte auch Sauna und Solarium für mindestens 1-2 Monaten meiden.

Narbenpflege ist ratsam

Zur Unterstützung der Wundheilung kann nach Entfernung der Pflaster eine rückfettende Hautcreme (z.B. Bepanthen) verwendet werden. Manche Schönheits-Chirurgen empfehlen darüber hinaus, die Narben anschließend für einige Monate regelmäßig sanft mit Silikongel einzureiben. Je nach OP-Methode wird die Brust ihre endgültige Form erst Wochen oder Monate nach der OP finden. Etwa um diese Zeit kommt in der Regel auch die vollständige Sensibilität der Brust und der Brustwarzen zurück. Ein dauerhaftes Taubheitsgefühl in einigen Brustregionen kann vorkommen – ist aber sehr selten.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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