Ist Silikon das beste Material bei Implantaten für Brustvergrößerungen?

Moderne Brustimplantate bestehen heute meist aus einer weichen Silikonhülle mit einer Füllung aus Silikongel. Silikon ist ein aus dem Element Silizium erstellter gummiartiger Kunststoff, der unter anderem in der Medizin vielfältig verwendet wird. Da Brustimplantate als Medizinprodukt gelten, werden sie regelmäßig streng kontrolliert.

Mehrere große US-Amerikanische Studien haben kürzlich zudem bestätigt, dass Silikonimplantate weder Brustkrebs, Autoimmunerkrankungen noch irgendwelche anderen mutmaßlichen Folgeerkrankungen verursachen. Auch Allergien gegen Silikon sind extrem selten. Wenn man sich also für Qualitätsimplantate namhafter Hersteller – und eben nicht für billigste No-Name-Produkte – entscheidet, dürfte ein erhöhtes Gesundheitsrisiko nach heutigem Kenntnisstand ausgeschlossen sein. Das gilt bei hochwertigem Silikon auch dann, wenn ein solches Brustimplantat im Laufe der Jahre mal reißt und kleine Teile des Gels eventuell austreten – was durch die mittlerweile mehrschichtig gearbeiteten Silikonhüllen und die sehr dickflüssige Füllung eh nur sehr selten passiert.

Silikon schlägt Kochsalzlösung

Alternativ gibt es auch die Implantat-Füllung mit Kochsalzlösung, also sterilem Wasser. Hierbei werden die eingebrachten Silikonhüllen erst während der OP passgenau befüllt. Diese Art von Brustprothesen sind zwar etwas preiswerter und gesundheitlich zudem gänzlich unbedenklich. Allerdings fühlen sie sich weniger natürlich an als silikonhaltige Implantate, gluckern bzw. schwabbeln mitunter und verlieren im Laufe der Zeit an Volumen, was auch zu Faltenbildung der Brust führen kann. Aus diesen Gründen wird diese Art von Brustimplantaten hierzulande eher selten verwendet.

Raue schlägt glatte Oberfläche

Auch bei der Oberfläche der Brustimplantate gibt es zwei Optionen: Entweder ist diese ganz glatt oder aber rau-texturiert. Je nach Größe, Implantatform und Positionierung haben beide Varianten ihre speziellen Vorzüge. Die raue Oberfläche wird bei vielen Chirurgen aber bevorzugt, da das Risiko einer Kapselfibrose mutmaßlich etwas geringer ist als bei den glatten Modellen.

Diese Minimierung der Fibrosegefahr ist auch der primäre Vorteil bei Implantaten mit einer Oberfläche aus Polyurethan – der einzig gängigen Alternative zur Silikonhülle. Bei diesem schaumstoffartigen Material treten die gefürchteten Kontrakturen einer Kapselfibrose sogar noch deutlich seltener auf als bei rauen Silikonprodukten. Als nachteilig sehen manche Experten aber eine schwierige und manchmal unvollständige Entfernung des Polyurethans im Falle eines Wechsels des Implantats.

Bei den sogenannten anatomischen, also tropfenförmigen Brustimplantaten (siehe eigener Artikel zur Implantatform) kommt übrigens nur eine raue Prothesenoberfläche in Frage, da nur diese das Implantat optimal in Position hält. Während bei den runden Implantaten eine seitliche Drehung nämlich problemlos wäre, gibt es bei der anatomischen Form eine Unter- und eine Oberseite, die aus optischen Gründen keineswegs rotieren sollten.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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