Was muss ich bezüglich einer Bruststraffung berücksichtigen?

Das größte Manko einer Bruststraffung (Mastopexie) sind die sichtbaren Narben, die je nach Ausmaß der Brustabsenkung und notwendigen OP-Technik auch relativ ausgedehnt sein können. Der Versuch die Schnittstellen möglichst klein zu halten, geht oft auf Kosten einer optimalen Brustformung.

Weitgehend unauffällige Narben verspricht einzig die sogenannte periarioläre Methode, bei der lediglich um die Brustwarze herum geschnitten wird und dessen Wundränder – trotz der prominenten Lage mitten auf der Brust – meist sehr ästhetisch verheilen. Diese OP-Technik kommt allerdings nur bei sehr milden Ausprägungen der Brusterschlaffung in Frage und wird in der Praxis meist mit der Einlage eines Brustimplantats kombiniert.

Implantate können die Straffung unterstützen

Die Verwendung von Silikon-Brustprothesen kann eine Mastopexie übrigens durchaus positiv unterstützen. Nicht nur die Schnittstellen sind hierbei nämlich kleiner, auch das OP-Ergebnis bleibt länger und unkomplizierter formstabil. Bei einigen speziellen Brustformen, wie der sogenannten upper pole flatness, also der Erschlaffung des oberen Brustbereichs, reicht eine alleinige Mastopexie ohnehin nicht aus – diese kann nur durch ein zusätzliches Implantat behoben werden. Bei der Vorbesprechung einer Bruststraffung sollten in jedem Fall die eventuellen Vorteile gegen die möglichen Implantat-Risiken wie Kapselfibrose und Co abgewogen werden.

Ein sehr wichtiger Faktor – sowohl in der Abwägung eines Implants als auch bei der einfachen Straffung – ist die Qualität von Haut und Brustgewebe. Da die Haut oft bereits dünn und unelastisch und das vorhandene Drüsen-und Fettgewebe natürlicherweise im Rückbau und weniger gut durchblutet ist, gibt es auch Grenzen, was eine optimal jugendliche Formgebung betrifft. Auch wird die Brust durch die Repositionierung und Straffung ein wenig kleiner erscheinen, als die ursprüngliche Körbchenform – dessen sollte man sich bei der Entscheidungsfindung ebenfalls bewusst sein.

Resultat leider nicht dauerhaft

Neben möglichen kurzfristigen OP-Risiken wie der Bildung von Blutergüssen, Lymphstau und Infektionen, kann der Eingriff auch Sensibilitätsstörungen der Brust zur Folge haben. In den meisten Fällen bilden sich diese Gefühlsveränderungen nach einiger Zeit zurück – sie können aber auch von Dauer sein. Auch Probleme beim Stillen sind nicht ausgeschlossen.

Zuguterletzt muss eine Frau, die sich zu dem Eingriff entschließt, wissen, dass das OP-Resultat leider nicht dauerhaft ist. Die Brust ist nach der Mastopexie im Idealfall zwar wieder für längere Zeit aufgerichtet und formstabil – die natürlichen Effekte von Alter und Schwerkraft kann man indes nicht aufhalten. Um allerdings zusätzliche Umbauprozesse und Hormonänderungen zu vermeiden, sollte eine solche Brustoperation erst nach Abschluss der Familienplanung durchgeführt werden.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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