Was muss ich zum Thema Oberarmstraffung wissen?

Mit dem Alter verliert die Haut an Elastizität – so auch an den Oberarmen. Wenn Gewichtsreduktionen, mangelnde Bewegung und eine gewisse genetische Veranlagung dazukommen, können sich hier hängende Hauttaschen bilden. Durch Oberarmtraining und Diät kann man in manchen Fällen eine Besserung erzielen. Bei massivem Haut- und Fettüberschuss kann eine Korrektur aber meist nur durch einen kosmetischen Eingriff erzielt werden. Hier gibt es primär zwei Möglichkeiten...

Straffe Oberarme durch Fettabsaugen

Wenn die Haut noch relativ straff ist und die Fettpolsterdepots im Oberarm gut zu lokalisieren sind, kann eventuell eine Fettabsaugung, auch Liposuktion genannt, ausreichen. Hierzu wird in der Achselhöhle ein kleiner Schnitt gemacht und eine Kanüle eingeführt. Durch eine Ultraschall-assistierte Technik werden nun die unterhalb der Haut liegenden Fettpolster abgesaugt. Die Haut zieht sich anschließend wieder zusammen und der Oberarm erscheint künftig meist deutlich schlanker.

Diese etwa eine Stunde dauernde Prozedur kann meist ambulant und in lokaler Narkose durchgeführt werden. Zur Stabilisierung und als Vorbeugung gegen Schwellungen und Schmerzen werden nach dem Eingriff noch für 4-6 Wochen Kompressionsmanschetten getragen. Positiv ist, dass bei dieser Methode keine nennenswerten Narben bleiben.

Meist hilft nur die OP – die Brachioplastik

In vielen Fällen besteht allerdings ein so massiver Hautüberschuss an den Oberarmen, dass nur eine klassische Operation mit Skalpell Abhilfe bietet. Bei dieser sogenannten Brachioplastik werden die Innenseiten der Oberarme spindelförmig eingeschnitten. Anschließend werden Fett- und Hautüberschüsse entfernt, die tiefen Gewebeschichten mit speziellen Nähten fest verankert und die neuen Wundränder schließlich vernäht.

Diese Technik wird in Vollnarkose durchgeführt, dauert 1,5 - 2 Stunden und erfordert oft noch 2 - 3 Tage stationären Aufenthalt. Acht Wochen lang müssen anschließend noch Tag und Nacht die Kompressionsmanschetten getragen werden. Nach zwei Wochen kann man meist wieder arbeiten – nach etwa zwei Monaten wieder Sport treiben. Die lange, aber feine Narbe an der Oberarm-Innenseite verblasst meist nach etwa einem Jahr.

Kostspielige Therapieansätze

Je nach genauem Befund kann manchmal auch nur mit einem halbmondförmigen Schnitt in der Achselhöhle operiert werden. Oder die Oberarmstraffung kann für ein optimales Ergebnis mit einer Fettabsaugung kombiniert werden.

Manche Praxen/Kliniken bieten auf dem Gebiet auch diverse andere Behandlungsformen an: Von speziellen Eigenbluttherapien, Lifting-Methoden bis hin zu neuartigen Laser-Techniken. Auch wenn diese im Einzelfall eventuell gute Dienste leisten können – es handelt sich hier nicht um langjährig geprüfte und offiziell empfohlene Verfahren und man kann davon ausgehen, dass sie – wenn überhaupt – auch nur bei leichten Befunden eine straffende Wirkung zeigen.

In jedem Fall sollte man sich seine Entscheidung schon aus finanziellen Gründen gut überlegen: bei einer konventionellen Straffungs-OP können beispielsweise bis zu etwa 4.000 Euro verlangt werden – und hier ist der Effekt zumindest erwiesen. In einzelnen medizinisch begründeten Fällen (z.B. extremen Hautfalten nach deutlicher Gewichtsabnahme) können diese OP-Kosten ggf. von den Kassen übernommen werden. Die anderen Methoden werden von den Kassen in aller Regel aber nicht finanziell unterstützt.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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