Fettabsaugen und Hautstraffen mit Radiofrequenz – was muss ich dazu wissen?

Wer unbedingt ein paar hartnäckige Fettpölsterchen beseitigen lassen möchte, hat heutzutage die Qual der Wahl zwischen mehreren langjährig bewährten und einigen recht neuartigen Verfahren. Zu letzteren gehört die sogenannte Radiofrequenz-Behandlung, bei welcher hochenergetische Strahlung einen Wärmeeffekt erzeugt, der Fettzellen quasi verflüssigt.

In örtlicher Betäubung wird dabei an der Problemzone eine kleine Kanüle eingesetzt, welche mit einer Elektrode versehen ist, die Radiowellen und damit letztlich Wärme erzeugt. Während Temperaturen von 43 bis maximal 60 Grad die Zellhüllen des Fettgewebes aufbrechen, wird der ölige Inhalt im selben Arbeitsschritt abgesaugt. Bei sehr kleinen Fettmengen kann der Körper dieses natürliche „Abfallprodukt“ auch selbstständig über das Lymphsystem abbauen.

Kontrollierte Hitze schmelzt Fettzellen

Eine weitere Elektrode kontrolliert von außen, dass die Unterhaut keiner Überhitzung ausgesetzt wird. Diese genaue Kontrolle stellt auch einen Vorteil im Vergleich zur Fettreduktion durch Laser (Laser-Lipolyse) dar, bei welcher der Operateur noch deutlich geübter und vorsichtiger sein muss, um keine Verbrennungen zu verursachen. Verglichen mit klassischen Methoden des Fettabsaugens gibt es mit Radiofrequenz weniger Blutergüsse und Schwellungen, da die Hitze gleichzeitig auch kleinste Gefäße verödet. Auch die Einstichstellen sind durch die feineren Kanülen im Vergleich deutlich kleiner. Nachteilig bei dieser Fettminimierung durch Wärme ist, dass es bei der Reduktion größerer Gewebemengen zu leichten Unebenheiten kommen kann – weswegen die Methode eher bei kleineren Fettdepots an Körper und Gesicht geeignet ist.

Lifting von innen

Einen sehr positiven Nebeneffekt sehen Fachärzte, die diese Methode befürworten, in einer verbesserten Hautstruktur. Durch die Wärmestimulierung ziehen sich Kollagenfasern zusammen, was oft zu einer sichtbaren und längerfristigen Straffung von Haut und Bindegewebe führt. Die Effekte von Körperformung, Fettabbau und Hautfestigung sieht man übrigens teils unmittelbar nach dem Eingriff. Teilweise zeigen sich die endgültigen Resultate der Behandlung aber auch erst Monate danach – schließlich arbeitet der Körper nachträglich noch aktiv Gewebe- und Fettzellen ab.

Radiofrequenz erfordert meist mehrere Sitzungen

Die rund halb- bis einstündige Wärmeanwendung wird in der Regel ambulant ausgeführt. Außer einer kurzfristigen Hautrötung ist man oft schon wenige Stunden danach komplett arbeits- und gesellschaftsfähig. Beim Absaugen größerer Fettmengen ist die Regenerationszeit etwas länger. Außerdem sollte man dann auch noch für 3-7 Tage einen Kompressionsverband tragen.

Bei der Variante mit körpereigenem Fettabbau (also ohne Absaugen durch Kanülen) handelt es sich – ebenso wie beim reinen Straffungswunsch – um eine relativ sanfte und langwierige Methode. Aus diesem Grund sind hier meist mehrere Termine mit Abständen von 1-3 Wochen notwendig. Bei einem Preis von rund 500 Euro pro Session und vier empfohlenen Sitzungen, muss man also mit etwa 2.000 Euro rechnen.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

Anzeigen