Fett weg durch Kälte: Taugt die Kryolipolyse was?

Wer tendenziell fit und schlank ist, aber trotzdem ein paar hartnäckige Fettpölsterchen loswerden möchte, kann gegebenenfalls die Fettreduktion durch starke Kälteanwendung (Kryolipolyse) probieren. Diese relativ neuartige Methode macht sich zunutze, dass Fettzellen deutlich empfindlicher auf Kältereize reagieren als die Haut und das umliegendes Gewebe.

Vor allem werden durch die tiefen Temperaturen körpereigene Abbauprozesse in Gang gesetzt, wodurch die Fettzellen ganz natürlich, aber eben beschleunigt verstoffwechselt und über Leber und Lymphe abgetragen werden. Es handelt sich quasi um eine Art kontrollierten Zelltod des umschriebenen Fettgewebes.

Körpereigener Fettabbau wird angeregt

Die Behandlung läuft dabei so ab, dass ein spezifischer kleiner Kühlungs-Applikator auf der entsprechenden Problemzone angelegt und durch einen Unterdruck angesaugt wird. In diesem Gerät werden Haut und Fettgewebe etwa eine Stunde lang auf Temperaturen rund um den Gefrierpunkt abgekühlt. Ein zwischenliegendes Vlies schützt dabei die Körperoberfläche vor Erfrierungen. Sensoren innerhalb des Applikators gewährleisten eine einheitliche Kühlung und sorgen durch einen variablen Sog für eine Stimulierung von Botenstoffen, die ihrerseits die gewünschten Reduktionsprozesse aktivieren.

Fettlipolyse erfordert viel Geduld

Bereits kurz nach Abschluss der Therapiesitzung kann man nach Hause gehen. Ausfallzeiten oder Krankentage gibt es bei dieser nicht-invasiven Methode nicht. Da die Verstoffwechslung der abgestorbenen Fettzellen aber erst ab diesem Zeitpunkt beginnt und sehr langsam voranschreitet, kann man das Behandlungsergebnis auch nicht unmittelbar sehen. Im Erfolgsfall zeigen sich nach sechs Wochen erste wahrnehmbare Verschlankungen der behandelten Körperpartien – in der Regel muss man sogar 3-4 Monate warten, bis man das Resultat sieht.

Nach derzeitigen Erkenntnissen gibt es bei der Kryolipolyse – abgesehen von vorübergehenden Hautrötungen, Blutergüssen und Taubheitsgefühlen – wenige Gesundheitsrisiken.

Ideal für kleine Fettpolster

Klingt alles nach bequemer und optimaler Lösung zur Beseitigung störender Pölsterchen? Mag sein... doch gibt es auch einige nachteilige Aspekte, die in Kauf genommen werden müssen. Vor allem bewirkt die „sanfte“ Methodik, dass auch nur verhältnismäßig kleine Fettmengen mit einem Mal angegangen werden können. Man sagt, dass beispielsweise ein Bauchwulst als Ergebnis einer Sitzung nur um maximal 25-30% schrumpft – größere Depots müssten bei Bedarf in weiteren Kälte-Behandlungen angegangen werden. Bei Preisen zwischen 500 und 900 Euro pro Session kann die Sache – bei letztlich offenen Erfolgsaussichten – einiges an Geld und Zeit kosten. Bei größeren Fettdepots sind die klassischen Absaug-Methoden sicher meist empfehlenswerter.

Da es sich um ein recht neues Verfahren handelt, gibt es auch noch keine umfangreiche und langzeitige Erfahrung sämtlicher Körperbereiche – im Moment sind Hüfte und Bauch die am längsten erprobten „Problemzonen“. Die schnelle Entwicklung in diesem Gebiet der ästhetischen-plastischen Eingriffe wird hier in naher Zukunft sicher neue Erkenntnisse liefern und weitere Einsatzbereiche möglich machen.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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