Welche Faktoren beeinflussen den Zeitpunkt, an dem die Wechseljahre einsetzen?

Unter Mittel- und Nordeuropäerinnen liegt der Beginn der Wechseljahre bei durchschnittlich 51 Jahren. Dieser Zeitpunkt ist aber keine Naturkonstante und wird auch nicht allein durch die Gene bestimmt. Verschiedene Faktoren können den Eintritt der hormonellen Umstellung zeitlich beeinflussen, in die eine oder andere Richtung. Starkes Rauchen etwa wird für eine bis zu 5 Jahre früher einsetzende Menopause verantwortlich gemacht.

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Eine überdurchschnittlich gute Ernährung und Gesundheit soll dagegen die Fortpflanzungsfähgikeit um 2-3 Jahre verlängern können.

Faktoren, die einen früheren Zeitpunkt der Wechseljahre begünstigen können:

  • Rauchen
  • Alkohol
  • Untergewicht
  • frühes Einsetzen der ersten Regelblutung
  • genetische Veranlagung
  • Zwillingsschwester
  • Kinderlosigkeit
  • Diabetes
  • vegetarische Ernährung
  • Entfernung der Gebärmutter
  • Erkrankungen der Eierstöcke
  • Viruserkrankungen
  • Erkrankungen des Immunsystems
  • Chemotherapie
  • Bestrahlung
  • angeborene Chromosomenstörungen
  • Faktoren vor der Geburt, in der Kindheit oder im frühen fruchtbaren Alter, die eine geringe Östrogenproduktion bedingen

Faktoren, die einen späteren Zeitpunkt der Wechseljahre begünstigen können:

  • überdurchschnittlich guter Gesundheitszustand
  • überdurchschnittlich gute Ernährung
  • Bewegung, moderater Sport
  • genetische Veranlagung
  • späte Schwangerschaft
  • Antibabypille

Diese Faktoren sind natürlich nicht in Stein gemeißelt und haben nur Orientierungscharakter. In der Regel werden solche Beobachtungswerte im statistischen Rückblick ermittelt. Da sich viele Faktoren gegenseitig beeinflussen, ist der Verbindlichkeitscharakter absoluter Aussagen eingeschränkt. Gewisse Tendenzen lassen sich aber ableiten. Vor allem der Hinweis auf die Ganzheitlichkeit von Gesundheit: Je gesünder Sie leben, desto länger bleibt auch Ihr Hormonhaushalt im Gleichgewicht.

Das Wichtigste aber: Die Wechseljahre kommen so oder so, sie sind absolut normal, und man sollte es mit dem Wunsch nach Verzögerung auch nicht übertreiben.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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