Wechseljahre des Mannes: Welche Nebenwirkungen können infolge einer Testosteronbehandlung auftreten?
Da Testosteron die Talgdrüsen stimuliert, kann es infolge der Behandlung zu Akne kommen. Möglich ist auch, dass sich die Prostata geringfügig vergrößert. Außerdem kann es zu einem Spannungsgefühl in der Brust und vorübergehend zur Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie) kommen.
Gefahr bei Überdosierung: dickflüssiges Blut
Wenn die Testosteron-Dosierung zu hoch ist, wird die Blutbildung angeregt. Eine mögliche Folge von Überdosierung ist, dass der Anteil roter Blutkörperchen im Verhältnis zu den anderen Bestandteilen des Blutes zu hoch wird (in der medizinischen Fachtsprache nennt man dies „Erythrozytose“ oder auch „Polyglobulie“). Dadurch wird das Blut „dickflüssiger“, wodurch sich dessen Fließeigenschaften verändern. Deshalb sollte der Hämatokrit-Wert (dieser Wert beschreibt das Verhältnis vom Volumen der festen Blutzellen zum Volumen der Blutflüssigkeit) während einer Testosteronbehandlung regelmäßig kontrolliert werden.
In seltenen Fällen kann bei Männern mit ausgeprägtem Übergewicht und chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) ein Schlafapnoe-Syndrom verstärkt werden. Schlafapnoe ist eine Atemregulationsstörung, bei der der Schlafende mehr als zehn Atempausen pro Stunde macht, und diese Pausen jeweils mindestens zehn Sekunden dauern.
Prostatakrebs kann schneller wachsen
Negative Effekte der Hormonsubstitution auf Blutfette und das Herz-Kreislauf-System sind nicht bekannt. Und auch die Befürchtungen, dass eine Therapie mit Testosteron Prostatakrebs (Prostatakarzinom) auslösen könnte, haben sich nicht bestätigt. Allerdings kann durch Testosterongaben das Wachstum von bereits bestehendem, möglicherweise bislang nur nicht diagnostiziertem Prostatakrebs angeregt werden. Deshalb ist vor Beginn der Behandlung eine gründliche Untersuchung (Tastuntersuchung der Prostata, Messung des prostataspezifischen Antigens [PSA-Wert], Ultraschalluntersuchung der Prostata) notwendig. Und auch während der Hormontherapie ist in regelmäßigen Abständen ein urologischer Check-up ratsam.


