Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann durch Testosteronmangel Beschwerden bekommt?
Der Testosteronspiegel sinkt etwa ab dem 40. Lebensjahr um ungefähr 1 bis 2 Prozent jedes Jahr. Das heißt aber nicht, dass jeder Mann deshalb einen Mangel an Testosteron hat. Und das bedeutet erst recht nicht, dass der sinkende Testosteronspiegel im Blut Beschwerden hervorruft.
So zeigten beispielsweise die Ergebnisse der „Massachusetts Male Aging Study“ (1987–2004), dass von den untersuchten 40- bis 49-jährigen Männern nur 4,7% tatsächlich ein Testosterondefizit aufwiesen. Unter den 50- bis 59-Jährigen lag die Rate gerade mal bei 5,7%.
Nur bei 2% aller älteren Männer hormonell bedingte Beschwerden festgestellt
Und wie häufig sind „Wechseljahresbeschwerden“ bei Männern, die tatsächlich durch einen Mangel an männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) bedingt sind? Eine im renommierten „New England Journal of Medicine“ 2011 publizierte Studie mit mehr als 3.000 Teilnehmern ermittelte lediglich bei 2 von 100 Männern im Alter zwischen 40 und 79 Jahren solche Beschwerden. Vermeintlich typische Symptome wie etwa rasche Ermüdbarkeit, Antriebsschwäche oder depressive Verstimmung fanden sich vollkommen unabhängig von erniedrigten oder normalen Testosteronspiegeln.
Die 2% der Männer, bei denen in der Studie tatsächlich Wechseljahresbeschwerden durch niedrige Testosteronwerte diagnostiziert wurden, hatten als typische Symptome:
- selten morgendliche Erektionen
- selten sexuelle Gedanken
- Erektionsstörungen


