Wie wirkt sich Östrogen-Mangel auf das Gehirn aus?
Das Gehirn von Frauen setzt tatsächlich andere Schwerpunkte als das männliche. Als Auslöser für gravierende Unterschiede benennt die Neuropsychiaterin Louann Brizendine in ihrem Buch „Das weibliche Gehirn“ differente Hormonspiegel bei beiden Geschlechtern.
Hormone prägen das Denkorgan in jeder Phase des Lebens – und somit natürlich auch in den Wechseljahren. Da dann der Östrogenpegel sinkt, kommt das Testosteron stärker zum Tragen. Testosteron fördert die Aggressivität, was zu bislang ungewohnter Streitlust führen kann. Außerdem steigt die Empfindlichkeit des Gehirns für Stress – die Frau wird reizbarer und anfälliger für Stimmungsschwankungen. Im Lauf der Zeit stellt sich das Denkorgan dann auf den niedrigeren Östrogenspiegel ein, wodurch mentale Wechseljahresbeschwerden wieder verschwinden.
Neben dem Östrogenspiegel sinkt im Klimakterium übrigens auch der Level des Beziehungs- und Fürsorgehormons Oxytocin im Blut. Das mache Frauen selbstbezogener und scheidungsfreudiger, erklärt Brizendine. Sie kümmern sich dann weniger um Gefühlsnuancen und sind nicht mehr so bemüht, den häuslichen Frieden aufrecht zu erhalten.


