Wechseljahresbeschwerden: Nutzt es, sich ausführlich zu informieren?
Na klar, werden Sie sagen. Aber Forscher wollen manchmal auch Eindeutiges genau wissen – und machen eine Studie.
Nutzen Informationen den Frauen im Klimakterium? Oder schadet umfangreiches Wissen gar, weil es zusätzlich Angst auslöst und die Aufmerksamkeit noch stärker auf die Beschwerden gerichtet wird? Diese Frage haben sich die Wissenschaftler gestellt und eine Untersuchung gestartet (Senba N et al. Climacteric 2010; 13: 561–569).
Wer viel weiß, dem geht es besser
Das Ergebnis: Die Lebensqualität von Frauen in den Wechseljahren verbessert sich eindeutig durch professionelle Aufklärung! Die speziell Geschulten hatten später sogar weniger Beschwerden als jene, die nicht intensiv informiert wurden.
Die Wissenschaftler hatten 22 Frauen in sechs Seminare eingeladen, in denen sie über die Vorgänge sowie die physischen und psychischen Auswirkungen der hormonellen Umstellung während der Menopause aufgeklärt wurden. Außerdem bekamen sie Tipps zum Stress-Management. Zur Kontrolle dienten 30 Frauen, die nicht an dieser Schulung teilnahmen. Mit standardisierten Fragebögen erfasste man den Grad an klimakterischen Beschwerden, Angst und Depression sowie die Lebensqualität zu Beginn der Studie und nach sechs beziehungsweise zwölf Monaten.
In der Kontrollgruppe blieben die Beschwerden innerhalb dieses Zeitraums unverändert. Bei den Geschulten hatten die körperlichen Symptome, aber auch Ängste und Depressionen nach einem halben Jahr abgenommen. Und auch nach einem Jahr zeigte sich dieser Vorteil noch immer.
Natürlich ist die Zahl der untersuchten Frauen ein wenig zu klein für endgültige Aussagen (was eine weitere Studie nach sich ziehen könnte). Aber wir hatten es ja eigentlich schon davor gewusst.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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