Sind die Risiken einer Hormontherapie wirklich eine Frage des Alters?
Die Nutzen-Risiko-Abwägung der Hormontherapie in den Wechseljahren bleibt kompliziert. Viele Studien - viele, teils auch widersprüchliche Ergebnisse. Und gewisse Risiken der Hormontherapie scheinen tatsächlich erst für Frauen ab einem Alter von über 60 Jahren zu gelten.
Dazu muss man wissen, dass in vielen Studien mit ungünstigen Ergebnissen für die Hormontherapie Frauen jenseits des 60. Lebensjahres untersucht worden sind. Frauen mit beginnender Menopause sind in Deutschland jedoch erst Ende 40 bis Mitte 50!
Eine unlängst veröffentlichte Auswertung von 30 amerikanischen Studien zu diesem Thema ergab: Östrogen erhöht das Brustkrebsrisiko möglicherweise erst nach 10- bis 20jähriger Einnahme; dieses Risiko wird durch Gestagene etwas verstärkt.
Gleichzeitig verringert die Hormontherapie das Risiko für Osteoporose. Und bei frühzeitiger Einnahme möglicherweise auch für Arteriosklerose: Eine 25 Jahre dauernde amerikanische Untersuchung an 100.000 Krankenschwestern hat bei früh begonnener Kombinationstherapie mit Östrogenen und Gestagenen eine vorbeugende Wirkung auf Arterienverkalkung gezeigt.
Viele andere Studien konnten einen solchen Effekt freilich nicht zeigen. Im Gegenteil: Auch eine erhöhte Herzinfarkt-Rate bei kombinierter Hormontherapie (Östrogene und Gestagene) wurde bereits nachgewiesen.
Fazit: Nichts ist wirklich klar. Außer: Länger als fünf Jahre sollten Sie Hormone nicht einnehmen. Sprechen Sie am besten ausführlich mit Ihrem Frauenarzt über dieses Thema.

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