Schützt die Einnahme von Hormonen in den Wechseljahren vor Demenz?
Das wurde eine ganze Zeit lang angenommen. Nach jüngsten Erkenntnissen ist dies aber nicht der Fall. Im Gegenteil: Studien zeigten jetzt sogar eine höhere Rate an Demenz (nachlassende Geisteskraft im Alter) bei Frauen, die Hormonpräparate eingenommen hatten.
76% mehr Demenz unter Hormonen – Gesamtzahl allerdings gering
In einer größeren US-amerikanischen Studie waren rund 3.000 Frauen zwischen 65 und 79 Jahren bezüglich der Risiken einer Hormontherapie über einen längeren Zeitraum beobachtet worden. Das Ergebnis: Die Einnahme von Hormon-Kombinations-Präparaten (sowohl ein Östrogen- als auch ein Gestagen-Anteil) erhöhte das Risiko einer Demenz-Entwicklung um 76%.
Das ist ernst zu nehmen und ein weiterer Grund, zurückhaltend mit der Entscheidung für eine Hormontherapie zu sein. Aber bevor Sie jetzt zu beunruhigt sind, wenn Sie Hormone eingenommen haben: Die Rede ist hier von relativen Risiken (Hormontherapie versus Nicht-Hormontherapie). Das absolute Risiko für eine Demenz durch die Hormon-Präparate ist immer noch sehr gering.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Weitere Fragen und Antworten zu Demenz und Alzheimer finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Demenz_Alzheimer

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