Bestätigt: Hormon-Präparate erhöhen Brustkrebs-Risiko

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Die Einnahme von Hormon-Präparaten gegen Wechseljahresbeschwerden erhöht das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um 37%. Direkt während der Behandlung beträgt die Risikoerhöhung sogar 73%. Das ist das Ergebnis der sogenannten MARIE-Studie, die in Deutschland durchgeführt wurde.

An der Studie nahmen rund 3.500 Frauen mit Brustkrebs und 6.600 Frauen ohne Krebserkrankung teil. Die Frauen waren alle im Alter zwischen 50 und 74 Jahren und wurden nach ihrer jetzigen oder früheren Anwendung von Hormon-Präparaten befragt.

 

Welch Überraschung: Auch deutsche Frauen betroffen

Das Ergebnis des erhöhten Brustkrebs-Risikos ist im Prinzip keine Überraschung. Schon vor Jahren hatten amerikanische und britische Studien einen solchen Zusammenhang nachgewiesen. Allerdings stießen diese Ergebnisse bei vielen Frauenärzten auf taube Ohren. Die Beobachtungen aus den USA seien auf Deutschland nicht übertragbar, hieß es. Und es wurden fleißig weiter Hormonpillen gegen Wechseljahresbeschwerden verschrieben. Zumindest von einem relevanten Teil der Ärzte. Auch die Hersteller der Hormon-Präparate taten – wenig überraschend – einiges dafür, das Problem herunterzuspielen.

Nun ist also bestätigt, dass deutsche Frauen nicht anders auf Hormone reagieren als Frauen in angelsächsischen Ländern. Für uns Nicht-Hormon-Experten keine große Überraschung, aber wir wurden ja nicht gefragt.

 

Vorsicht angebracht, Panik unangebracht

Allerdings muss man auch betonen, dass Panik bei all denjenigen Frauen, die Hormonpillen eingenommen haben, unangebracht ist. Denn das Brustkrebsrisiko ist zwar relativ gesehen (im Vergleich zur Nicht-Hormoneinnahme) erhöht. Es ist aber absolut betrachtet immer noch sehr gering. Außerdem nimmt es erst relevanter zu, wenn man über mehr als fünf Jahre Hormon-Präparate eingenommen hat. Das gilt insbesondere für sogenannte Kombinations-Präparate, die als hormonelle Wirkstoffe sowohl einen Östrogen- als auch einen Gestagenanteil enthalten.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 29.05.08
Quelle: International Journal of Cancer 2008, DOI 10.1002/ijc.23655

 

 


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