Hormonersatztherapie: Höheres Risiko einer Thrombose
Die Einnahme von Hormon-Präparaten gegen Wechseljahresbeschwerden erhöht das Risiko für eine Thrombose. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, an der sich über 16.000 Frauen in den Wechseljahren beteiligt hatten.
In der Untersuchung wurde die Häufigkeit von Thrombosen mit der Anwendung einer sogenannten Hormonersatztherapie abgeglichen. Darunter versteht man die Einnahme von Östrogen- oder Gestagen-Präparaten, also den medikamentösen Ersatz der in den Wechseljahren nachlassenden Hormonproduktion.
Vor allem übergewichtige Frauen betroffen
Das Ergebnis: Bei denjenigen Frauen, die solche Hormone über längere Zeit eingenommen hatten, war das Risiko für eine Thrombose viermal höher als ohne diese Hormontherapie. Bei den Frauen über 70 Jahre und bei denjenigen mit Übergewicht war der Unterschied noch dramatischer.
Eine Venenthrombose, meist in den Beinen, ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Sie kann über die Fortspülung des Blutgerinnsels und Verstopfung einer Lungenarterie sogar zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen (Lungenembolie). Insofern raten die Studienautoren zum vorsichtigen Umgang mit Hormon-Präparaten in den Wechseljahren. Sie reduzieren zwar meist effektiv die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen oder trockene Haut. Aber sie sind auf längere Sicht eben auch gesundheitsgefährdend. Neben dem erhöhten Thromboserisiko nimmt auch das Risiko für Brustkrebs und Schlaganfall leicht zu.
Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 07.10.04

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