Wie Hormone Brustkrebs auslösen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Dass die Einnahme von Hormon-Präparaten in den Wechseljahren mit einer leichten Erhöhung der Brustkrebsgefahr einhergeht, ist jetzt schon seit einigen Jahren bekannt. Seitdem werden Hormone nur noch über kürzere Zeitspannen und nur bei ausgeprägten Beschwerden verordnet.

Nun haben österreichische Wissenschaftler herausgefunden, auf welche Weise das höhere Krebsrisiko entsteht. Eine Schlüsselrolle spielt dabei ein spezielles Eiweiß, das vor allem am Knochenstoffwechsel beteiligt ist. Dieses Protein, dessen Namen man sich nicht zwingend merken muss (RANKL = Receptor Activator of NF-κB Ligand), wirkt stimulierend auf die Zellteilung. Insofern ist es im Übermaß gefährlich, weil Krebszellen zum Wachstum angeregt werden können. Und genau dieses Protein scheint durch einen Inhaltsstoff, den die meisten Hormon-Präparate enthalten, aktiviert zu werden, wie Studienleiter Prof. Dr. Josef Penninger erläutert.

Wirklich spannend wird das Ganze dadurch, dass das RANKL-Eiweiß auch eine Osteoporose fördert - und dass es deshalb seit kurzem ein Medikament gegen das Protein gibt: den monoklonalen Antikörper Denosumab.


WANC 30.09.10
Quelle: Nature AOP, 29.9.2010, doi:10.1038/nature09387, Nature AOP, 29.9.2010, doi:10.1038/nature09495

 


Schwerpunktthemen der Navigator-Medizin.de-Portale