Frauenärzte ignorieren Risiken von Hormonpräparaten
Frauenärzte verschreiben weiterhin ungebremst Hormonpräparate gegen Wechseljahresbeschwerden. Obwohl Studien vor den Gefahren warnen. Doch viele Ärzte halten die Risiken für überwertet.
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Hormontherapie von Experten kritisch bewertet
Studien haben gezeigt, dass eine längere Hormontherapie (vor allem länger als fünf Jahre) während der Wechseljahre das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch für Brustkrebs erhöht. Dennoch befürworten nach wie vor mehr als ein Drittel aller Gynäkologen die Verschreibung von Hormonpräparaten. Und sogar 80% halten deren Risiken für hochgejazzt und überbewertet. Da die Ersatzhormone in der täglichen Praxis oft sehr gut funktionieren – Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder trockene Schleimhäute werden meist gelindert – fällt der Verzicht offenbar schwer.
Aber sowohl die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe als auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte raten von einem leichtfertigen Gebrauch ab und empfehlen, eine Hormonbehandlung nur noch dann zu beginnen, wenn die Wecsheljahresbeschwerden sehr ausgeprägt und durch andere Mittel (z.B. pflanzliche Präparate Traubensilberkerze, Johanniskraut oder Salbei) nicht zu beseitigen sind - und auch dann möglichst nur kurze Zeit.
Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 22.03.06
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