Woran kann es liegen, dass es trotz Pille danach manchmal zu einer Schwangerschaft kommt?

Das Einsetzen der Periode kann sich durch Einnahme der Pille danach (medizinisch: Postkoitalpille) einwenig nach vorne oder hinten verschieben. Sollte die nächste Menstruation, bezogen auf den errechneten Termin, aber über 5 Tage auf sich warten lassen, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden oder die Frauenärztin aufgesucht werden.

Da kein Verhütungsmittel – auch die Pille danach nicht – zu 100% sicher ist, kann es ggf. trotzdem zu einer Schwangerschaft gekommen sein. In ein bis zwei Prozent der Fälle, kann eine Einnahme der Postkoitalpille auch innerhalb eines 48-Stunden-Intervalls eine Empfängnis nicht verhindern.

Häufig liegt das aber gar nicht am Versagen des Medikamentes. Manchmal kommt es z.B. vor, dass das Datum der letzten Periode falsch erinnert wurde und damit der genaue Zeitpunkt im Zyklus doch ein anderer ist. Der zur Schwangerschaft geführte Geschlechtsakt läge damit z.B. schon deutlich vor Einnahme der Pille und konnte durch diese dann nicht mehr verhindert werden. Auch kann der Eisprung durch Fieber, Reisen oder Stress mal unplanmäßig früher oder später stattfinden, sodass auch die sorgfältigste Berechnung von vermeintlichen Stunden nach Geschlechtsverkehr dann falsch wäre.

Lesen Sie dazu auch:
In welchem Zeitraum sollte ich die Pille danach nehmen? Wie sicher wirkt sie?

Was man unbedingt wissen sollte…

Ein anderer nicht seltener Grund, weshalb Frauen nach Einnahme der Pille danach, trotzdem schwanger werden: Sie glauben sich durch das Notfall-Kontrazeptivum für den Rest des Monats geschützt und haben weiterhin Verkehr ohne Verhütungsmittel. Da eine Wirkungsweise der Pille danach aber die Verschiebung des Eisprungs (über die Lebenszeit der Spermien hinaus) beinhaltet, kann ein späterer ungeschützter Geschlechtsakt im selben Zyklus dann durchaus noch eine Schwangerschaft entstehen lassen. Grundsätzlich spricht selbst dann zwar nichts gegen eine zweite Einnahme der Postkoitalpille im selben Zyklus, allerdings kann man diese Zweitgabe durch besseres Wissen gleich vermeiden.

Fazit: Für den Rest des Zyklus muss also unbedingt effektiv verhütet werden (z.B. mit Kondom).

Falls doch eine Schwangerschaft eintritt ist der Embryo nicht gefährdet

Wichtig zu wissen: Wenn Sie sich bei eingetretener Schwangerschaft für das Kind entscheiden, ist dieses durch die Einnahme der Postkoitalpille nicht gefährdet. Es gibt bei der Variante mit Progesteron keine Hinweise für vermehrte Fehlbildungen, Schwangerschaftskomplikationen oder Fehlgeburten. Es besteht somit keinerlei das Kind betreffender medizinischer Gründe für eine Abtreibung, wenn die Pille danach eine Empfängnis nicht verhindert. Ähnlich wie beim stets möglichen Versagen aller anderen Antikonzeptiva (Verhütungsmittel) würden Sie auch in dem Fall vor der Entscheidung stehen, welcher Weg für Sie nun richtig ist…Das Annehmen des Kindes, Freigabe zur Adoption oder aber ein Abbruch der Schwangerschaft.

Autor: Dr. med. Monika Steiner/ Ärztin

Anzeigen