Übergewicht: Die Snacks sind schuld

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Das Essen zwischendurch und große Portionen sind die beiden größten Dickmacher. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of North Carolina gekommen. In Amerika ist die tägliche Kalorienmenge in den letzten 30 Jahren um fast ein Drittel auf 2.374 Kalorien angestiegen. Der Einfluss von größeren Portionen und exzessives Snacking überwiegt sogar die Verlagerung der Ernährung in Richtung kalorienreicher Lebensmittel, betonen die Wissenschaftler.

 

Kalorienzufuhr nimmt seit den 70er Jahren kontinuierlich zu

Fettsucht nimmt in der westlichen Welt seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts stark zu. In Amerika ist ein Drittel der Erwachsenen, das sind mehr als 72 Millionen Menschen, betroffen. In Deutschland sieht das ganz ähnlich aus. Drei Viertel der Männer und mehr als die Hälfte der Frauen wiegen zu viel. Laut der Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO) gelten hierzulande 22,5% der Männer und 23,3% der Frauen als fettleibig. Das heißt, ihr Body Mass Index (BMI) rangiert über 30.

Das Team um Kiyah Duffey und Barry Popkin analysierte die Daten von Umfragen zum Thema Essen, die in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren sowie im letzten Jahrzehnt durchgeführt wurden. Diese Befragungen erhoben, wie viel Nahrung und Flüssigkeit ein Mensch innerhalb von 24 Stunden zu sich nimmt. 1977/78 waren es durchschnittlich noch rund 1.803 Kalorien. 2003 - 2006 waren es schon 2.374. Allein im letzten Jahrzehnt des analysierten Zeitraums wurden täglich rund 229 Kalorien mehr konsumiert.

 

Zu fett und zu eiweißreich

Die Nationale Verzehrsstudie (NVZ) hat ergeben, dass die deutsche Alltagskost bezüglich der Makronährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate im Verhältnis 14:40:46 zusammengesetzt ist. Dies kommt dem von der DGE empfohlenen Verhältnis von 10:30:60 nicht nahe und verdeutlicht die Kardinalfehler im Ernährungsverhalten: Die Deutschen essen zu fett und zu eiweißreich.

Problematisch ist gleichzeitig, daß die Männer und Frauen aller Altersgruppen zu wenig Kohlenhydrate verzehren - ältere Menschen sogar nur 42% ihrer gesamten Energiezufuhr. Langkettige Kohlenhydrate, die reich an Ballaststoffen sind und in Brot, Backwaren, Obst und Gemüse enthalten sind, kommen vor allem bei Männern zu kurz.

 

Zu große Portionen und zu viel zwischendurch

Verantwortlich für den hohen Fett- und Eiweißkonsum sind in erster Linie tierische Lebensmittel, aus denen 57% des verzehrten Eiweißes und 79% des Nahrungsfettes stammen. Verglichen mit den Empfehlungen der DGE essen wir jedoch nicht nur zuviel Fett, sondern auch zu viele gesättigte und zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Mehrere Faktoren spielen bei der Energiezufuhr eine Rolle: Die Anzahl der Kalorien, die in einer bestimmten Menge eines Nahrungsmittels enthalten ist, die Größe der Portion und wie viele Mahlzeiten und Snacks täglich zu sich genommen werden. Alle diese Parameter haben sich verändert. Die vermehrte Gelegenheit zu essen und die Größe der Portionen scheinen jedoch für den Großteil der Veränderung verantwortlich zu sein.

WANC 10.08.2011
Quelle: Plosmedicine: doi/10.1371/journal.pmed.1001050

 



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