Hohes Übergewicht: Gefährlicher als bisher angenommen
Fettsucht – im medizinischen Fachjargon Adipositas genannt – ist verantwortlich für viele Krankheiten. Diese sorgen auch dafür, dass stark übergewichtige Menschen eine kürzere Lebenserwartung haben. Wissenschaftler warnen jetzt davor, dass die Gefahren der Fettsucht dennoch unterbewertet werden. Denn auf das Sterberisiko wirke sich nicht nur die Tatsache der Gewichtszunahme aus, sondern auch, wie lange das Übergewicht besteht.
Die Zahl der übergewichtigen Menschen nimmt weltweit stark zu. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben wir es mit einer Fettsuchtepidemie zu tun: 2005 sollen mehr als eine Milliarde aller Erwachsenen übergewichtig und über 300 Millionen Menschen fettsüchtig gewesen sein. Doch bis zum Jahr 2015 soll die Zahl der Übergewichtigen auf 2,3 Milliarden Menschen und die der Fettleibigen auf 700 Millionen Menschen anwachsen.
Mit jedem Jahr Übergewicht steigt das Sterberisiko weiter an
Fettsucht wirkt sich auf die Lebenserwartung aus. Die University of Oxford, UK, hat ermittelt, dass schwere Fettsucht (Body-Mass-Index - BMI - zwischen 40 und 50) das Leben um rund zehn Jahre, eine leichtere Fettsucht (BMI von 30 bis 39) die Lebenserwartung um rund drei Jahre senkt.
Wissenschaftler der Monash University, USA, sagen nun, dass diese Einschätzungen immer noch zu niedrig greifen und das tatsächliche Risiko nicht ausreichend wiedergeben. Denn jedes Jahr, das die Fettsucht bestehe, wirke sich zusätzlich auf die Lebenserwartung aus. So soll pro zwei zusätzlichen Jahren, in denen die Betroffenen unter Adipositas leiden, das Sterberisiko um 7% erhöht sein. Wer 15 bis 25 Jahre lang fettleibig ist, verdoppele in dieser Zeit sein Risiko zu sterben, extremes Übergwicht über die Dauer von über 25 Jahren verdreifache das Risiko.
WANC 24.08.2011
Quelle: Int. J. Epidemiol. (2011) 40 (4): 985-996. doi: 10.1093/ije/dyr018


