Wie kann der Arzt einen Meniskusschaden feststellen?

Allein anhand der berichteten subjektiven Beschwerden und mit der manuellen Untersuchung des Knies lässt sich in der Regel die "Verdachtsdiagnose Meniskusschaden" schon recht sicher stellen. Aus der Entstehungsgeschichte (plötzlich einsetzender Schmerz beim Sport?) kann man außerdem ableiten, ob es sich eher um einen Verschleißschaden oder einen akuten Meniskusriss handelt.

MRT-Aufnahme bei Schmerzen im Knie

Die notwendige diagnostische Sicherheit bietet aber nur der Blick ins Knie. Die Methode der Wahl ist dabei die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspin genannt. Also die sogenannte "Röhre". Mit der MRT-Untersuchung werden etwa 90% aller Meniskusrisse nachgewiesen. Und die entstehenden Schichtbilder geben auch Aufschluss darüber, welcher Art der Riss ist und wo genau er sitzt.

Gelenkspiegelung nicht mehr erste Wahl bei der reinen Diagnostik

Die Alternative zum MRT ist die Gelenkspiegelung (im Fachchinesisch: Arthroskopie). Dabei werden über ein oder zwei kleine Hautschnitte feine Endoskope (Röhrchen mit aufgesetzter Lampe und Kamera, alles im Miniaturformat) in das Kniegelenk eingeführt. Die werfen dann ein vergrößertes Bild des Knie-Inneren auf den Monitor und erlauben eine sehr präzise Einschätzung, wo der Hase im Pfeffer liegt. Und vor allem kann man mit den Endoskopen den Schaden auch gleich beheben, denn darüber lassen sich auch winzige chirurgische Geräte einführen und steuern.

Als primäre diagnostische Maßnahme ist die Gelenkspiegelung heute nicht mehr gebräuchlich, weil die MRT-Untersuchung auch ohne Knie-Eröffnung meistens verlässliche Aussagen zulässt. Nur wenn ohnehin schon feststeht, dass man sowieso operieren muss, kann evtl. gleich mit der Arthroskopie begonnen werden. Oder aber, wenn die MRT-Aufnahmen keine ausreichende Klarheit bringen.

Klar ist aber auch: Zeigen die MRT-Aufnahmen einen Meniskusriss, muss fast immer operiert werden. Und das passiert dann meist via Arthroskopie.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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