Was testet man mit dem "Schubladen-Test"?
Der Schubladentest dient Ärzten dazu, einen Kreuzbandriss zu erkennen. Genauer gesagt, gibt es zwei verschiedene Schubladentests, einen für das vordere Kreuzband und einen für das hintere Kreuzband.
Beim vorderen Schubladentest zieht der Untersucher den Unterschenkel des Verletzten bei gebeugtem Knie nach vorne, also zu sich heran. Ist das möglich, lässt sich der Unterschenkel also "wie eine Schublade aufziehen", spricht dies für ein gerissenes vorderes Kreuzband. Wäre es nämlich intakt, würde es genau diese Bewegung verhindern.
Beim hinteren Schubladentest drückt der Arzt das Knie in die entgegengesetzte Richtung, also von sich weg. Ist das möglich, ist wahrscheinlich das hintere Kreuzband gerissen.
Als Faustregel gilt bei beiden Tests: Mehr als 0,5 cm Verschieblichkeit sprechen für einen Riss. Die optimale Lage der untersuchten Person ist auf dem Rücken liegend, mit herunterhängenden Beinen von der Liege oder der Unterlage.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
