Wie wirkt Metoclopramid gegen Übelkeit?
Metoclopramid ist fast so etwas wie der Klassiker unter den "Anti-Übelkeits-Medikamenten". Der Wirkstoff ist schon seit Jahrzehnten im Einsatz und wird immer noch von vielen Ärzten verschrieben. Am bekanntesten ist das Präparat Paspertin®, aber es gibt auch noch zahlreiche andere.
Bei Metoclopramid handelt es sich um einen sogenannten Dopamin-Antagonisten. Das bedeutet, dass das Mittel die Wirkungen von Dopamin hemmt ("Agonist" hieße, es kurbelt die Wirkung an). Der körpereigene Botenstoff Dopamin hat zahlreiche komplexe Wirkungen. Eine davon ist, im Magen die Nahrungspassage zu verlangsamen und – ab einer bestimmten Menge – auch Übelkeit auszulösen.
Indirekte Dopamin-Hemmung
Metoclopramid hemmt dabei Dopamin gar nicht direkt, sondern indirekt, in dem es die Rezeptoren an den Zellen besetzt, an denen Dopamin normalerweise andockt und seine Wirkung entfaltet. Unterm Strich führt Metoclopramid damit zu einer schnelleren Magen-Darm-Passage und verringert Übelkeitssymptome. Das Mittel wird unter anderem verschrieben bei Sodbrennen, Reizmagen, Reisekrankheit, aber auch bei Übelkeit wegen Migräne, Lebererkrankungen oder Arzneimittelnebenwirkungen.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
