Magen-Darm-Erkrankungen: Frauen häufiger betroffen
Statistiken belegen: Frauen haben ein höheres Risiko, sich mit Magen-Darm-Problemen herumzuschlagen, als Männer. Das hat sich sogar bei der EHEC-Epidemie gezeigt: Die Mehrzahl der damals Infizierten war weiblich. Woher dieser Geschlechtsunterschied rührt, ist noch nicht wirklich geklärt.
Mehr Gallensteine, mehr Reizdarm, mehr Verstopfung
Es sind allerdings nicht alle Magen-Darm-Erkrankungen, für die das gilt. Nach Angaben der "United European Gastroenterology Federation" (einer europäischen Magen-Darm-Medizin-Gesellschaft) treten folgende Probleme bei Frauen relevant häufiger auf:
- Gallensteine
- Reizdarm-Syndrom
- Verdauungsstörungen
- chronische Verstopfung
- Zöliakie
- Autoimmunerkrankungen der Leber
Männer erkranken dafür häufiger an den meisten anderen Lebererkrankungen.
Ursachen der Geschlechtsunterschiede noch nicht völlig klar
Wie kommt es zu diesen Unterschieden? So richtig weiß es keiner. Experten vermuten, dass es an den Hormonen liegt (wie so oft, wenn sie es nicht besser wissen). Nachgewiesen ist, dass die Magen-Darm-Passage bei Frauen langsamer ist als bei Männern, was zumindest einen Anhaltspunkt für eine Erklärung liefert. Vor allem für Beschwerden wie Verstopfung, Blähungen, Reizmagen und ähnliches.
Zum Abschluss noch eine gute Meldung für Frauen: Sie haben ein geringeres Risiko für Darmkrebs. Zurückgeführt wird das auf die Hormonpräparate vor ("Pille") und nach den Wechseljahren.
Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 29.07.2011
Quelle: United European Gastroenterology Federation
