Reizdarm: Die Darmflora ins Gleichgewicht bringen
Das Reizdarm-Syndrom ruft Schmerzen, Blähungen, Durchfälle oder Verstopfungen hervor. Ärzte sagen, dass eine gestörte Darmflora eine der Ursachen dafür ist. Zur Behandlung werden nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zunehmend sogenannte Probiotika empfohlen.
Rund jeder fünfte Deutsche soll darunter leiden, mutmaßen die Experten. Entscheidend für die Entstehung des Reizdarms ist ihrer Meinung nach die gestörte Zusammensetzung von Bakterien, die den Darm besiedeln. Und davon gibt es eine ganze Menge: 10 bis 100 Billionen Mikroorganismen tummeln sich dort, es sollen 1.800 unterschiedliche Gattungen mit insgesamt 36.000 Arten sein. Fast noch beeindruckender: Das Gewicht der Bakterien im Darm macht etwa 1,5 Kilogramm aus.
Bakterien gegen Bakterien
Die DGVS stellt nun fest, dass Störungen im Verdauungstrakt zunehmend mit Probiotika behandelt werden. Das bedeutet im Grunde, dass Bakterien mit Bakterien bekämpft werden. Probiotika bestehen aus Bakterienstämmen wie Bifidobakterien, Lactobazillus-Stämmen oder Streptococcus faecalis. Sie werden eingesetzt, um die Darmflora zu besänftigen und das vorhandene Ungleichgewicht der Bakterien wieder ins Lot zu bringen.
Studien, so der DGVS, zeigen, dass der Einsatz von Probiotika Therapieerfolge bringt. Allerdings fehlen immer noch genügend Belege für die Wirksamkeit. Die Gesellschaft mahnt weiteren Forschungsbedarf an. Vor allem sei immer noch ungeklärt, welche Bakterien beim Reizdarm-Syndrom tatsächlich helfen.
WANC 24.10.2011
Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
