Innerliche Anwendungen
Innerliche Anwendungen (systemische Therapie) wird man vorwiegend den mittelschweren bis schweren Fällen der Haut und Beteiligungen anderer Organe vorbehalten.
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- Methotrexat (MTX) – Dieser Arzneistoff stammt aus der Krebstherapie, hemmt das Wachstum der Zellen und unterdrückt das Immunsystem.
- Retinoide – Die Vitamin-A-Abkömmlinge wie zum Beispiel Acitretin, werden gerne mit Bestrahlungen kombiniert. Diese wirken ebenfalls auf die Hautzellen ein. Wichtig ist, dass diese Stoffe bei Frauen bis zu zwei Jahre nach der Behandlung zu einer Missbildung des Kindes in der Schwangerschaft führen können. Weiterhin sind diese Stoffe für ihre ausgeprägten Nebenwirkungen bekannt.
- Cortison – Die hier verwendeten Tabletten, Salben oder Spritzen wirken kurzfristig lindernd. Es können jedoch auch ein Rückschlag (ein sog. Rebound-Phänomen) und weitere gravierende Nebenwirkungen auftreten. Trotzdem gilt die Behandlung mit cortisonhaltigen Präparaten als kostengünstiger Standard, insbesondere als „erstbeste Maßnahme“ bei der initialen Psoriasis-Behandlung.
- Immunsuppressive Substanzen – Diese Substanzen, wie Cyclosporin A, unterdrücken das Immunsystem. Diese Stoffe bilden heute einen Forschungsschwerpunkt, weil Forschungsergebnisse darauf hinweisen, dass die Psoriasis eine Autoimmunerkrankung ist.
- Fumarsäureester – Eine Mischung aus unterschiedlichen Fumarsäureestern (Fumarsäuremonomethylester und Fumarsäuremonoethylester) ist als Medikament verfügbar. Behandlungen mit diesem Medikament werden hauptsächlich bei schwerem Befall vorgenommen. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 50 %, diejenigen Patienten, die es aufgrund der Nebenwirkungen vertragen, berichten über durchaus gute Ergebnisse, die restlichen mussten es aber aufgrund der von Nebenwirkungen wieder absetzen. Obwohl Fumarsäure auch im menschlichen Stoffwechsel (Citratzyklus) vorkommt, ist es in der verwendeten Dosierung nicht nebenwirkungsfrei (v. a.: Diarrhoen, kolikartige Bauchschmerzen und Hitzewallungen). Ferner können massive Verschlechterung der Blutwerte (hier insbesondere der Leber- und Nierenwerte) auftreten. Die Wirkung bei Psoriasisarthritis konnte nicht nachgewiesen werden.
- Biologicals – Hier unterscheidet man zwei Typen: die T-Zell-inhibierenden Wirkstoffe Efalizumab und die TNF-Blocker (Adalimumab, Infliximab, Etanercept). Es handelt sich dabei um biotechnologisch hergestellte Substanzen, die entweder zur Gruppe der monoklonalen Antikörper (Efalizumab, Adalimumab, Infliximab) oder der Gruppe der Fusionsproteine (Etanercept) angehören. Diese Substanzen werden bei Patienten eingesetzt, bei denen die klassischen systemischen Therapie (Methotrexat, Ciclosporin A, Fumarsäureester) oder eine Lichttherapie nicht infrage kommen oder unzureichend wirksam sind, wie bei der Psoriasis pustulosa generalisata. Es gibt Hinweise, dass bei stark gelenkbefallender Psoriasis die TNF-α-Antagonisten ein Fortschreiten der Gelenkschäden verhindern können. Diese Therapieformen scheinen zwar zu wirken, jedoch treten unter der Behandlung vermehrt schwere Infektionen und Krebserkrankungen auf.
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