Psoriasis: Kann ein Abwehrprotein der Haut die Entzündung stoppen?
Ein körpereigenes Eiweiß, das normalerweise unliebsame Bakterien auf der Haut bekämpft, könnte auch zur Behandlung der Schuppenflechte taugen. Dies legen Studien Münchner Wisenschaftler und Dermatologen nahe.
Um den neuen Therapieansatz zu verstehen, muss man allerdings etwas um die Ecke denken. Der Entzündungsprozess in der Haut bei der Psoriasis wird maßgeblich durch ein bestimmtes Signalmolekül getriggert: Interleukin-1. Die Produktion von Interleukin-1, von dem der Eine oder Andere vielleicht schon gehört hat, wird von sogenannten Inflammasomen gesteuert. Und zwar im Falle der Psoriasis vor allem vom Inflammasom AIM2.
Im Fokus: Cathelicidin
Also muss man nur noch das Inflammasom AIM2 hemmen. Und genau das ist jetzt den Münchner Forschern gelungen. Und zwar eben mit dem antibakteriellen Eiweiß, von dem zu Beginn der Nachricht die Rede war. Leider hat auch dieses Molekül einen recht holprigen Namen: Cathelicidin LL-37.
Von einem einsatzfähigen Medikament sind wir zwar noch ein gutes Stück entfernt. Zumindest ist aber jetzt klar, dass man Cathelicidin LL-37 dafür benötigt. Zu dieser Erkenntnis passt übrigens auch, dass Vitamin D die Produktion von Cathelidicin in der Haut erhöht. Und Vitamin-D-haltige Salben sind in der Behandlung der Schuppenflechte schon länger im Einsatz.
Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn 17.05.2011
Quelle: Science Translational Medicine Vol. 3 82ra38 (11. Mai 2011)
