Grundlagenwissen Schmerz

Schmerz

Schmerz ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist, als chronischer Schmerz diesen aber verloren hat und in diesem Fall (als Chronisches Schmerzsyndrom) heute als eigenständiges Krankheitsbild gesehen und behandelt werden soll.

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Schmerzentstehung

Nach ihrer Entstehung unterscheidet man Schmerzwahrnehmung durch Schmerzrezeptoren, Nervenschmerz, zentralen Schmerz und psychosomatischen Schmerz.

Schmerzrezeptoren s.g. Nozizeptoren sind freie Nervenendigungen der Klassen C und A-delta und reagieren auf verschiedene Arten der Reizung:

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Schmerzleitung

Die Nervenfasern, welche die Schmerzinformation weiterleiten, können in schnelle (A-Delta-Fasern, 5-25 m/s) und langsame (C-Fasern, 0,5-2 m/s) unterteilt werden. C-Fasern sind entwicklungsgeschichtlich älter und besitzen keine isolierende Myelinscheide. Das erklärt die geringere Nervenleitungsgeschwindigkeit.

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Schmerzarten

Die bisher beschriebene Schmerzart ist ein physiologischer Schmerz. Das bedeutet, dass das Schmerzempfinden als Warnsignal für die Körperfunktion sinnvoll ist. Dabei spricht man von Nozizeptorenschmerz.

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Chronische Schmerzen

Ein chronisches Schmerzsyndrom bzw. eine chronische Schmerzkrankheit entsteht, wenn Schmerz seine eigentliche Funktion als Warn- und Leithinweis verliert und einen selbständigen Krankheitswert erhält. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird dabei verkürzt von chronischen Schmerzen gesprochen. Unter Berücksichtigung der zeitlichen Dimension ist davon auszugehen, dass ein chronisches Schmerzsyndrom entsteht, wenn Schmerzen länger als sechs Monate (heute eher: länger als 3 bis 6 Monate) bestehen.

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Phantomschmerz

Unter Phantomschmerz (oder im allgemeineren Sprachgebrauch Phantomglied) versteht man die Empfindung, eine amputierte oder fehlende Gliedmaße (sogar ein Organteil wie der Appendix kann betroffen sein) sei immer noch am bzw. im Körper vorhanden und bewege sich sogar entsprechend mit anderen Körperteilen.

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Spiegeltherapie

Die Spiegeltherapie ist eine 1996 von Vilayanur S. Ramachandran erfundene zu den Imaginationstherapien zählende Behandlungsform gegen Phantomschmerzen nach einer Amputation bei der mithilfe von Spiegeln eine gesunde Gliedmaße des Patienten gespiegelt wird und somit die amputierte Gliedmaße für ihn scheinbar wieder vorhanden ist.

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Schmerztherapie

Die Erkenntnis, dass chronische Schmerzen eigenen Krankheitswert erlangen können und besondere Behandlungsformen und -einrichtungen erfordern, hatte in den USA bereits in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Gründung der ersten Schmerzklinik geführt.

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Schmerzbehandlung

Pharmakotherapie

ist die Therapie mit Analgetika (Opioide und Nicht-Opioid-Analgetika), mit Co-Analgetika, welche durch Beseitigung der Noxe den Schmerz aufheben (Kortison, Spasmolytika, Nitrate) und im weiteren Sinne auch mit Medikamenten, welche in der Anästhesie eingesetzt werden (siehe 2.).

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Analgesie

Unter Analgesie (griech. ἄλγος, álgos, „Schmerz“ mit α privativum, Verneinung → „kein Schmerz“) versteht man in der Medizin das Ausschalten von Schmerzen. Dieses kann entweder durch Verringerung oder Unterbrechung der Erregungsleitung oder durch medikamentöse „Eingriffe“ (Analgetika) erzeugt werden.

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Schmerzgesellschaften

Mehrere Gesellschaften und Verbände bemühen sich um die Erforschung und Therapie des Schmerzes:

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Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind mehr oder minder starke Schmerzen des menschlichen Rückens, die ganz unterschiedliche Ursachen haben können. Mediziner sprechen von Dorsalgie (v. lat. dorsum ‚Rücken‘ und griech. ἄλγος algos ‚Schmerz‘), oder von Lumbalgie/Lumbago (lat. lumbus ‚Lende‘; dt. auch Hexenschuss, wenn die Lenden-Kreuzbeinregion betroffen ist.

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Stumpfschmerz

Unter Stumpfschmerzen versteht man in der Medizin Schmerzen im Stumpf eines amputierten Körperteils, meist Arm oder Bein. Stumpfschmerzen können verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel Durchblutungsstörungen, Druckstellen durch schlecht sitzende Prothesen, Hautdefekte oder Neurome.

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Schmerzmedikamente

Nichtsteroidale Analgetika

Nichtsteroidale Analgetika werden auch als NSAID (engl. non-steroidal anti-inflammatory drugs) bezeichnet und sind die am häufigsten angewandten Medikamente. Zu ihnen gehören unter anderem Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol, wobei Paracetamol nicht gegen Entzündungen wirkt.

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Nichtopioid-Analgetika

Nichtopioid-Analgetika (Syn. nichtopioide Analgetika) sind schmerzstillende Arzneimittel (Analgetika), die ihre Wirkung durch Unterdrückung schmerzauslösender biochemischer Prozesse entfalten. Die Namensgebung grenzt die Substanzgruppe von den an Opioidrezeptoren wirkenden Opioiden ab.

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Saure antiphlogistische antipyretische Analgetika

Saure antiphlogistische antipyretische Analgetika sind Säuren. Sie reichern sich deshalb und wegen ihrer hohen Eiweißbindung besonders in Gewebe mit niedrigem pH-Wert an (in nichtdissoziierter Form). Aus diesem Grund sind sie in besonders hohen Konzentrationen in entzündetem Gewebe nachweisbar, wo sie der Entzündung entgegenwirken.

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Nichtsaure antipyretische bzw. antiphlogistische antipyretische Analgetika

Die nichtsauren antipyretischen Analgetika verteilen sich im Gegensatz zu den sauren Analgetika weitgehend gleichmäßig im Organismus. Sie sind deshalb zur Therapie entzündungsunabhängiger Schmerzen (z. B. postoperative Zustände) gut geeignet. Beispiel ist Paracetamol.

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Nichtopioide Analgetika ohne antiphlogistische und antipyretische Eigenschaften

Nichtopioide Analgetika ohne antiphlogistische und antipyretische Eigenschaften

Zu dieser Gruppe gehört Flupirtin (Katadolon®).

Flupirtin hat neben einer mittelstarken bis starken analgetischen Wirkung – vergleichbar mit Tramadol – einen zentralen muskelentkrampfenden Effekt auf die Skelettmuskulatur. Die orale Einzeldosis beträgt 100 mg bis zu viermal täglich, die Tageshöchstdosis 600 mg. Es wird bei akuten und chronischen Schmerzen eingesetzt z. B.:

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Opioide

Wikipedia: SchlafmohnOpioid (von gr. ὄπιον [ˈɔpiɔn] und εἶδος, [ˈidɔs], „dem Opium ähnlich“) ist ein Sammelbegriff für eine chemisch heterogene (uneinheitliche) Gruppe natürlicher und synthetischer Substanzen, die morphinartige Eigenschaften aufweisen und an Opioidrezeptoren wirksam sind. Der Begriff Opiat bezeichnet hingegen nur die natürlicherweise im Opium vorkommenden Stoffe mit dieser Wirkung, die chemisch Alkaloide darstellen und aus der Milch des Schlafmohns (Papaver somniferum) gewonnen werden.

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Morphin

Wikipedia: MorphinMorphin ist ein Haupt-Alkaloid des Opiums und zählt damit zu den Opiaten. Es wirkt als Opioid und wird in der Medizin als eines der stärksten bekannten natürlichen Schmerzmittel (Analgetikum) eingesetzt. Es ist das erste in Reinform isolierte Alkaloid. Morphin wurde erstmals 1804 vom deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Adam Sertürner in Paderborn isoliert, jedoch wurde die korrekte Summenformel erst im Jahre 1848 durch Laurent ermittelt. Sertürner nannte den Stoff zunächst Morphium nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume und des Schlafes. Erst später bekam die Droge den Namen „Morphin“, der heute hauptsächlich in Gebrauch ist.

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Triptane

Triptane sind Arzneistoffe zur Akutbehandlung der Migräne und des Cluster-Kopfschmerzes. Ihr Wirkmechanismus beruht auf einer selektiven Stimulierung von Serotonin-Rezeptoren des Subtyps 5-HT1B/1D.

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Adjuvante Analgetika

Adjuvante Analgetika sind Substanzen, die neben einem direkten schmerzstillenden Effekt über die Hemmung von Ionenkanälen, unter Umständen auch mittels Wirkung auf Begleitfaktoren die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Beispiele finden sich unter den trizyklischen Antidepressiva (vor allem Amitriptylin) oder den Antiepileptika (etwa Carbamazepin).

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