Warum ist eine Schmerzbehandlung sinnvoller als das "möglichst lange aushalten" ohne Medikamente?
Nicht wenige Menschen mit Schmerzen haben die Neigung, so lange es irgend geht auf Schmerzmedikamente zu verzichten. Einige von ihnen fürchten die Nebenwirkungen der Schmerzmittel, andere sind der Ansicht, dass man die Schmerzwahrnehmung des Körpers nicht unterdrücken sollte.
Dabei wird oft übersehen, dass Schmerzmedikamente nicht nur die Schmerzen lindern, sondern dem Körper auch Ruhe verschaffen. Und Ruhe fördert den Heilungsprozess.
Anders ausgedrückt: Wer sich "dem Schmerz ohne Arzneimittel stellt", mutet seinem Körper auch mehr "Stress" zu. Denn unabhängig davon, um welche Art von Schmerzen es sich handelt und wo die Schmerzen sitzen, sie verursachen im Körper immer auch eine Art Ausnahmezustand. Letztlich sind ja Schmerzen nichts anderes als ein Alarmsignal, und entsprechend alarmiert verhält sich auch der Körper in diesem Augenblick. So ist z.B. nachgewiesen, dass bei länger andauernden Schmerzen das körpereigene Immunsystem geschwächt wird.
Vor diesem Hintergrund empfehlen Experten bei Schmerzen nicht "übertapfer" zu sein und lieber frühzeitig Schmerzmittel einzunehmen. Die Schmerzentlastung führt dazu, dass der Heilungsprozess dort, wo der Schmerz herkommt, gefördert wird.
