Schmerzmittel: Nur noch gegen Rezept – oder sogar Verbot?

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Freiverkäufliche Schmerzmittel, für die kein Rezept eines Arztes benötigt wird, stehen immer mehr in der Kritik. Denn schon kleinste Mengen können fatale Nebenwirkungen haben. Deshalb fordern einige Mediziner, diese Mittel nur noch bei einer Verschreibung abzugeben. Manche, wie der Pharmakologie-Professor Kay Brune von der Universität Erlangen, wollen die Mittel komplett verbieten.

Brune warnt insbesondere vor Paracetamol. Vier Gramm pro Tag sei die Höchstdosis dieses Schmerzmittels. Bereits bei der doppelten Menge könne die Leber versagen. Dieses generelle Verbot will Brune auch für Acetylsalicylsäure (ASS) durchsetzen. Weil das Mittel das Blut verdünne, müssten oft Operationen verschoben werden. Nur für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte ASS weiter verfügbar bleiben.

 

Paracetamol und ASS nur noch gegen Rezept?

Nicht ganz so weit geht das Giftinformationszentrum Erfurt. Das Zentrum verzeichnete im Jahr 2011 fast jeden Tag einen Fall mit Paracetamol-Vergiftung. Bundesweit schätzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Zahl der Vergiftungen auf über 4.000. Weil ein Patient mit Zahnschmerzen, der mehrere Tage hintereinander Paracetamol schlucke, schnell eine gefährliche Dosis erreiche, mahnt das Giftinformationszentrum Erfurt eine Rezeptpflicht an.

Das sieht Walter Schwerdtfeger, Präsident des BfArM ähnlich. Er meint, dass die freiverkäuflichen Packungsgrößen auf eine Menge für drei bis vier Tage beschränkt werden sollten. Größere Packungen sollten rezeptpflichtig sein.

 

Ärzte müssen ihrer Informationspflicht gerecht werden

Allerdings betonen andere Ärzte, dass die Mittel sicher sind, wenn man sich an die Dosierungsanweisungen hält. Braucht es deshalb Verbote oder viel eher eine bessere Information? Denn eines ist auch klar: Eine Verschreibungspflicht nützt nur, wenn die Ärzte ihrer Aufklärungspflicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen gerecht werden. Eine aktuelle Umfrage der Krankenkasse IKK belegt, dass Patienten bei der Beratung durch Ärzte große Mängel sehen.

Eine Antwort auf die offenen Fragen will der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht beim BfArM dem Gesundheitsministerium geben. Der Ausschuss will im Frühjahr eine Empfehlung zu den Verpackungsgrößen erarbeiten. Zum zweiten Mal. Im September 2011 hatte das Gremium aus Pharmavertretern und Ärzten schon einmal einen entsprechenden Antrag abgelehnt.

WANC 20.01.2012
Quelle: DerWesten, hna.de, heute.de, n-tv

 

 

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