Schmerzmittel erhöhen Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Bestimmte Schmerzmittel, die regelmäßig eingenommen werden, können das Risiko steigern, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen. Es geht um die nicht-steroidalen Entzündungshemmer, kurz NSAR. Insbesondere ältere Menschen, die bereits unter Herz-Kreislauf-Problemen leiden, sollten derartige Medikamente nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen, warnen Kardiologen.

Dass NSAR so negative Nebenwirkungen haben, wurde von Schweizer Wissenschaftlern der Universität Bern ermittelt. Sie werteten die Daten von über 100.000 Patienten aus, die Schmerzmittel wie Naproxen, Ibuprofen, Diclofenac, Celecoxib, Etoricoxib, Rofecoxib oder Lumiracoxib eingenommen hatten. Bei allen konnten sie eine erhöhte Gefahr feststellen, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

 

Einzelne Schmerzmittel mit unterschiedlichem Risiko

Allerdings fiel das Risiko bei den einzelnen Schmerzmitteln durchaus unterschiedlich aus. Im Vergleich zu einem sogenannten Plazebo, also einem Scheinmedikament ohne Wirkung, erhöhten vor allem Diclofenac und Etoricoxib die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit: nämlich um ein Vierfaches. Bezogen auf das Herzinfarkt-Risiko waren Rofecoxib und Lumiracoxib am gefährlichsten (zweifach erhöhtes Risiko). Ibuprofen und Diclofenac steigerten das Risiko für einen Schlaganfall am meisten: rund um das dreifache.

Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen rät Patienten, die ständig Schmerzmittel einnehmen, dazu, vorsichtig mit den Medikamenten umzugehen. Auch Ausweichmittel würden unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen. Bewegungs- und Enstspannunsübungen könnten helfen, Schmerzen zu lindern.

Eine Liste von Medikamenten dieser Klasse findet sich unter: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=NSAID


WANC 01.11.2011
Quelle: BMJ 2011; 342:c7086

 

Weitere Fragen und Antworten zu Herz- und Kreislauferkrankungen finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Herz_Gefaesse

 

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Schlaganfall finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Schlaganfall

 

 

Share on Facebook: Das gefällt mir

Diesen Artikel zum eigenen Facebook-Profil posten. Hier einfach klicken

Fremdwörterlexikon

prev
next

ASS

ASS ist die Abkürzung für Acetylsalicylsäure, einen der bekanntesten medikamentösen Wirkstoffe gegen Schmerzen (u.a. Aspirin ...

Schmerz

Weiterlesen

Endorphine

Endorphine sind körpereigene Botenstoffe, die oft auch als "Glückshormone" bezeichnet werden. Das hängt damit zusammen, dass Endorphine nicht nur positive Gefühle auslösen, sondern auch schmerzlindernd ...

Schmerz

Weiterlesen

peripher

Der Begriff "peripher" ist Medizinerjargon und bedeutet oberflächlich, äußerlich oder auch "ganz ...

Schmerz

Weiterlesen

Suppositorium, Suppositorien

Medikamente in Zäpfchenform (zum Einführen in den After) werden im Mediziner-Jargon auch Suppositorien ...

Schmerz

Weiterlesen

Analgetika

Analgetika ist der Fachbegriff für ...

Schmerz

Weiterlesen

Obstipation

Obstipation ist der medizinische Fachbegriff für ...

Schmerz

Weiterlesen

Retard-Schmerzmittel

Die Zusatzbezeichnung "Retard" bedeutet, dass diese Medikamente nach der Einnahme besonders lange ...

Schmerz

Weiterlesen

NSAID / NSAR

NSAID (oder auch NSAR) steht für "non-steroidal anti-inflammatory drugs". Auf deutsch: nicht mit Kortison verwandte antientzündliche ...

Schmerz

Weiterlesen

TENS

TENS ist die Abkürzung für "transkutane elektrische Nervenstimulation". Darunter versteht man eine spezielle Schmerzbehandlung, die auf dem Prinzip eines Gegenreizes ...

Schmerz

Weiterlesen

Visuelle Analogskala

Die Visuelle Analogskala (VAS) ist eine Skala zur Messung vor allem subjektiver Einstellungen. Sie wird häufig in der Schmerzforschung eingesetzt. Meistens handelt es sich um eine Linie, deren Endpunkte extreme Zustände darstellen, wie z. B. kein Schmerz – unerträglicher ...

Schmerz

Weiterlesen

Numerische Rating-Skalen (NRS)

Numerische Rating-Skalen (NRS) sind eindimensionale algesimetrische Skalen, mit deren Hilfe Patienten die Intensität und das Ausmaß des empfundenen Schmerzes anhand einer Zahlenfolge von null (keine Schmerzen) bis zehn (stärkster vorsellbarer Schmerz) graphisch darstellen ...

Schmerz

Weiterlesen

NSAR

Die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), auch nichtsteroidale Antiphlogistika(NSAP) bzw. NSAID (non steroidal anti inflammatory drugs) genannt, sind Nichtopioid-Analgetika, die ihrer entzündungshemmenden (antiphlogistischen) Wirkung wegen symptombezogen auch zur Rheumatherapie eingesetzt ...

Schmerz

Weiterlesen

Antipyretikum

Ein Antipyretikum ist ein fiebersenkendes oder vor Fieber schützendes Mittel. Ein solcher Wirkstoff wird als antipyretisch bezeichnet. Meist wird es als Komponente von Analgetika verabreicht. Es hemmt die Prostaglandin-E2-Synthese im ...

Schmerz

Weiterlesen

Antiphlogistikum, Antiphlogistika

Ein Antiphlogistikum (synonym: Antiinflammatorikum, Entzündungshemmer) ist ein gegen eine Entzündung gerichtetes Arzneimittel. Wirkstoffe entsprechender Eigenschaft werden auch als antiphlogistisch, antiinflammatorisch bzw. entzündungshemmend bezeichnet. Antiphlogistika (Plural) greifen auf biochemischem Weg in den Entzündungsprozess ein. Da es im menschlichen Organismus Entzündungen vielfältiger Art ...

Schmerz

Weiterlesen

Neuralgie

Neuralgie ist das medizinische Fachwort für Nervenschmerz (von griechisch neuron „Nerv“ und algos „Schmerz“). Es bezeichnet Schmerzen, die sich im Versorgungsgebiet eines (oder mehrerer) Nerven (Innervationsgebiet) ausbreiten und durch diese verursacht ...

Schmerz

Weiterlesen