Wenn das Einkommen Schmerzen macht
Es hört sich komisch an: Das Einkommen beeinflusst nicht nur unser Schmerzempfinden, sondern auch unseren Umgang mit Schmerz. Eine Studie in Schweden hat gezeigt, dass ein niedriges Einkommen ein Risikofaktor für chronische Nackenschmerzen ist. Weitere Einflussgrößen sind soziale Kontakte und Vorurteile.
Nackenschmerzen nehmen mit sinkendem Lohn zu
Dass das Einkommen mittlerweile durchaus die Gesundheit mitbestimmt oder zumindest mit ihr assoziiert ist, haben verschiedene Studien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder auch Übergewicht belegt. Jetzt haben schwedische Wissenschaftler etwas über 19.000 Frauen und Männer fünf Jahre lang beobachtet. Dabei fand sich eine direkte Beziehung zwischen niedrigem Einkommen und einem höheren Risiko für quälenden Nackenschmerz.
Allerdings ist die Henne-Ei-Frage nicht so ganz klar. Denn vieles spricht dafür, dass es nicht das Einkommen selbst ist, das Schmerzen hervorruft (außer natürlich der seelische Schmerz beim Blick auf den Gehaltszettel). Im Verdacht stehen eher die Berufsumstände, die mit einem niedrigen Einkommen einhergehen, zum Beispiel einseitige körperliche Arbeit.
Alle reden unterschiedlich über ihren Schmerz
Prof. Christiane Hermann aus Gießen hat darüber hinaus auch bei der Behandlung von Schmerzen soziale Einflussfaktoren festgestellt. Weil Schmerzen so unterschiedlich ausgedrückt werden – je nachdem, ob sie von einer Frau, einem Mann oder einem Kind geäußert werden –, werden sie häufig völlig anders bewertet und dann auch unterschiedlich behandelt. So werden Schmerzen bei Männern häufig genauso unterschätzt wie bei Kindern. Und auch Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen scheinen Hermann zufolge sehr unterschiedliche Arten zu haben, über ihre Schmerzen zu sprechen.
WANC 04.10.2011
Quelle: Europäischer Schmerz-Kongress EFIC 2011
