Ältere Menschen werden oft nicht richtig gegen Schmerzen behandelt
Chronische Schmerzen sind bei älteren Menschen häufig. Doch oft bleiben diese Patienten unzureichend behandelt, monieren Schmerzexperten. Das liegt zum einen daran, dass die Therapie bedingt durch das Alter kompliziert ist, zum anderen aber die Schmerzprobleme älterer Menschen kaum erforscht werden.
Oft werden Schmerzen einfach "übersehen"
Die Zahlen allein sind alarmierend: Ab 65 Jahren leiden 80% der Pflegeheimbewohner unter Schmerzen. Bei denen, die sich noch selbst versorgen, liegt der Anteil bei 50%. Die Zahl der Betroffenen wird sich bis 2050 um 70% erhöhen. Die Gruppe der Schmerzpatienten über 80 Jahre wird bis dahin sogar um 170% wachsen.
Viele dieser Menschen werden falsch oder nicht ausreichend behandelt. Besonders bei älteren Menschen mit Demenz kommt es häufig vor, dass Schmerzen “übersehen” werden. Das hat viele Gründe: Oft können sich die Betroffenen nicht mehr richtig ausdrücken, es gibt viele Schmerzpunkte mit unterschiedlichen Ursachen, weitere Erkrankungen erschweren es, diese Ursachen zu finden, der durch den Alterungsprozess veränderte Stoffwechsel erhöht das Risiko für Nebenwirkungen.
Wenn irgend möglich viel bewegen
Ärzte beklagen darüber hinaus, dass viele der vorhandenen Medikamente gegen Schmerzen nicht für ältere Menschen erforscht sind. Weil die Personengruppen fast immer aus Studien ausgeschlossen werden, kennt man deren Reaktion auf bestimmte Arzneimittel nicht. Deshalb weiß man auch nur ganz wenig über Risiken, Wechsel- und Nebenwirkungen.
In einem sind sich die Ärzte aber einig. Selbst betagte Menschen, die unter Schmerzen leiden, sollten sich bewegen: ob schwimmen, spazieren gehen, Rad fahren. Schmerz sei kein Grund, die körperliche Aktivität aufzugeben, mahnt beispielsweise der Schmerzexperte Prof. Dr. Kris Vissers.
WANC 29.09.2011
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), EFIC 2011: VII. Europäischer Schmerz-Kongress.
