Wer schlecht schläft, hat öfter Schmerzen – und umgekehrt
Wer Schmerzen hat, schläft häufig schlecht. Und: Wer schlecht schläft, empfindet Schmerzen stärker. Schmerzexperten weisen darauf hin, dass sich Schlaf und Schmerz gegenseitig beeinflussen. Sie bemängeln aber auch, dass dieser Zusammenhang nur wenig erforscht ist.
60% der Patienten mit Rückenschmerzen leiden zusätzlich an Schlafstörungen. Ärzte haben in mehreren Studien herausgefunden, dass die Betroffenen über Einschlafschwierigkeiten, schlechten Schlaf und Leistungsabfall am darauf folgenden Tag klagen. 30% der gesunden Menschen empfinden Schmerz viel deutlicher, wenn sie schlecht geschlafen haben.
Ärzte stehen noch vor einem Rätsel
Erstaunlich: Dieses subjektive Erleben wird durch Messungen der Schlafeffzienz allerdings oft nicht bestätigt. Das bedeutet: Obwohl der Schlaf als schlecht empfunden wurde, zeigen die Messdaten keine Beeinträchtigung an.
Noch schwieriger gestaltet sich das Problem bei depressiven Menschen. Für diese Patienten scheint Schlaf kaum Erholung zu bieten, daher verbessert Schlafentzug oft das Befinden. Die Empflindlichkeit für Schmerz erhöht sich dadurch aber.
Eine Behandlung fällt schwer, weil Ärzte bisher nicht wissen, welche Schlafqualität die Patienten benötigen, damit sich das Schmerzempfinden normalisiert. Genauso ist unklar, wie und warum Schlafmangel die Empfindlichkeit für Schmerzen steigert.
WANC 28.09.2011
Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)
