Akuter Schmerz: Viele Patienten unterversorgt
Nach Ansicht von Schmerzmedizinern werden akute Schmerzen oft schlecht behandelt. Und das insbesondere bei Kindern. Die Angst vor Nebenwirkungen führe dazu, dass Kindern unnötig leiden müssten.
Gerade nach Operationen werden Schmerzmittel bei Kindern häufig unterdosiert. Ein Problem, das nach Anicht der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) aber auch viele Erwachsene treffe. Dahinter steckt fast immer die Angst vor Nebenwirkungen.
Dabei können Schmerzen nach einer OP die Genesung beeinträchtigen oder Komplikationen hervorrufen, warnt Prof. Dr. Esther Pogatzki-Zahn von der DGSS. Die Unterversorgung akuter Schmerzen müsse nicht sein, weil in Studien viele neue Erkenntnisse gewonnen wurden und spezielle Behandlungsleitlinien Sicherheit geben.
Kritische Bewertung von Paracetamol
Vor allem haben sich die Wissenschaftler mit den Nebenwirkungen bestimmter Wirkstoffe beschäftigt und sie darüber hinaus für die Behandlung von Schmerzen nach bestimmten Operationen bewertet. Die Daten von mehr als 100 Kliniken zeigten, dass es deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit gibt.
Aufräumen will die DGSS mit der Einstellung, dass das von vielen als für Kinder sicher eingestufte Paracetamol wirklich sicher ist. Sie weist auf die Ergebnisse neuerer Studien hin, die selbst bei geringer Dosierung die Gefahr von Leberschädigungen belegen und Paracetamol mit dem Auftreten allergischer Erkrankungen in Verbindung bringen.
WANC 13.09.2011
Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS), Europäische Schmerzgesellschaft (EFIC)
