Warum ist Acetylsalicylsäure (ASS, Asprin®) in der Schlaganfall-Vorbeugung umstritten?
Weil es sich in der sogenannten Primärprävention in Studien als wirkungslos erwiesen hat. Primärprävention bedeutet, es gab noch keinen Schlaganfall, man muss aber aufgrund anderer Erkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes, koronare Herzkrankheit) einen befürchten.
Bei Männern hat sich bei solch gefährdeten Menschen durch die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®) kein Vorteil ergeben. Bei Frauen hingegen schon. Somit gilt ASS in der Primärprävention nur bei Frauen als Option und dort auch nur als Kann-Option.
Anders sieht es in der sogenannten Sekundärprävention aus. Dann also, wenn es schon einen Schlaganfall gegeben hat. Hier gilt Acetylsalicylsäure als etabliertes Mittel zur Blutverdünnung und Vorbeugung.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
