Vorbeugung eines erneuten Schlaganfalls: ASS oder Marcumar?

Nach einem Schlaganfall, der durch einen Gefäßverschluss entstanden ist (ischämischer Schlaganfall), wird generell mithilfe einer medikamentösen Dauertherapie versucht, das Risiko für einen erneuten Schlaganfall so effektiv wie möglich zu reduzieren.

Ein Standardmittel ist hierbei Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®), das in diesem Fall aber niedriger dosiert wird als z.B. bei der Bekämpfung von Kopfschmerzen. In einer aktuellen Studie wurde die Schutzwirkung von Acetylsalicylsäure mit der von sogenannten Cumarin-Derivaten (z.B. Marcumar®) verglichen, die als klassische Blutverdünner gelten. Dabei zeigte sich allerdings kein Vorteil gegenüber Acetylsalicylsäure. In den aktuellen Experten-Leitlinien gibt es deshalb in dieser Situation ausdrücklich keine generelle Empfehlung für einen Einsatz der Blutverdünner.

Sonderfall Vorhofflimmern

Etwas anders stellt sich die Situation allerdings dar, wenn ein Vorhofflimmern Ursache des Schlaganfalls war. Diese Herzrhythmusstörung kann im Herzen zur Gerinnselbildung führen. Ein solcher Blutpropf kann dann fortgerissen und in ein Hirngefäß gespült werden, das er verstopft. In diesem Fall ist eine vorbeugende Behandlung mit Marcumar® und verwandten Substanzen meist besser als ASS.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Blutverdünnung mit Cumarin-Derivaten finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Herz_Gefaesse

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