Sind moderne Thrombozytenfunktionshemmer (Glykoprotein-2b/3a-Hemmer) stärker wirksam als ASS?

Nein. Zumindest nicht, was die Vorbeugung eines erneuten Schlaganfalls angeht. Sie werden häufiger bei operativen Eingriffen an verengten Herzkranzgefäßen (Ballon-Katheter, Stent) eingesetzt.

Die Glykoprotein-2b/3a-Hemmer sind eine Medikamentengruppe, die die Blutplättchen (Thrombozyten) durch eine Hemmung bestimmter Rezeptoren (den GP-IIb/IIIa-Rezeptoren) an der Bildung von Blutgerinnseln hindert. Die drei Vertreter dieser Gruppe sind Abciximab (ReoPro®), Eptifibatid (Integrilin®) und Tirofiban (Aggrastat®). Damit zählen sie wie auch ASS (Acetylsalicylsäure, Aspirin®) und Clopidogrel (Iscover®, Plavix®) zu den sogenannten Thrombozytenfunktionshemmern oder – noch unaussprechlicher – zu den Thrombozytenaggregationshemmern.

Im direkten Vergleich waren sie in der Sekundärprophylaxe des Schlaganfalls (Schutz vor dem zweiten) ASS nicht überlegen, führten aber häufiger zu Blutungen. Außerdem sind sie wesentlich teurer.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft

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