Wie lange muss man die Medikamente nach einem Schlaganfall einnehmen?

Ein Leben lang. Zumindest, wenn es sich um Medikamente handelt, die zur Vorbeugung eines erneuten Schlaganfalls dienen. Der einzige medizinische Grund für einen Stopp kann eine mangelnde Verträglichkeit sein, also inakzeptable Nebenwirkungen. Dann aber wird man es meist mit einer anderen Wirkstoffgruppe versuchen.

Folgende Medikamente sind nach einem Schlaganfall häufig essentiell:

  • Tabletten gegen zu hohen Blutdruck
  • Cholesterinsenker
  • Blutverdünner (z.B. Aspirin®, ASS oder Marcumar®)

Was sonst noch wichtig ist

Je nach individueller Situation können zudem auch noch andere Arzneimittel im Hinblick auf die Schlaganfallgefahr wichtig sein, z.B. Herztabletten oder Arzneimittel gegen Diabetes. Aber für alle gilt: Es handelt sich potentiell um eine lebenslange Therapie. Denn das, was den Schlaganfall herbeigeführt hat – häufig ja eine Gefäßverkalkung –, ist ja nach dem Schlaganfall nicht weg. Also muss man so gut es geht versuchen, diese ursächlichen Faktoren zu bekämpfen und damit das Risiko eines erneuten Gefäßverschlusses einzudämmen.

Dazu zählt neben den Medikamenten natürlich auch eine gesunde Lebensweise. Viel Bewegung, gesundes Essen, Pfunde abtrainieren und nicht rauchen sind hier die wichtigsten Bausteine. Man sollte all das aber nicht als "bittere Pillen" oder "Verbote" auffassen, sondern schlicht als sinnvoll und lebensbejahend.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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