Schlaganfall: Schadensbegrenzung mit Nano-Antikörpern
Wenn ein Schlaganfall das Gehirn zumindest teilweise lahm legt, dann entstehen um die betroffene Zone herum Entzündungen. Die Schlaganfallstation der Universität Würzburg hat nun beobachtet, dass diese entzündlichen Prozesse die Folgen des Schlaganfalles verschlimmern können. Und sie haben auch einen Weg gefunden, diesen Mechanismus aufzuhalten.
Die Entzündungen, die die Schlaganfallzone umgeben, vergrößern die geschädigten Anteile des Gehirns. Und das wiederrum verschlimmert die Symptome, die den Hirninfarkt begleiten.
Absterbende Zellen senden Notsignal kurz vor ihrem Tod
Hervorgerufen werden die Entzündungen quasi als Reaktion des Immunsystems auf den Vorfall. Informiert wird das Immunsystem von den Zellen, die beim Schlaganfall absterben. Kurz zuvor senden sie ein Gefahrensignal aus und die Reaktion darauf sind entzündliche Prozesse, die aber nicht die Heilung vorantreiben, sondern in diesem Fall die Schädigung des Gehirns weiter verschlimmern.
Die Wissenschaftler aus Würzburg haben sogenannte Nano-Antikörper gefunden, die in der Lage sind, die ausgehenden Gefahrensignale zu blockieren. In Studien wird nun geprüft, in wie weit diese Antikörper helfen können, den entstehenden Schaden am Gehirn zu begrenzen. Der Mechanismus wird im übrigen auch bei verschiedenen anderen Krankheiten getestet.
WANC 17.11.2011
Nanostroke, Universitätsklinik Würzburg
