Schlaganfall: Einfacher Test zeigt Genesungschancen

Ärzte der Münchner LMU-Kliniken können mit einem einfachen Test erkennen, wie groß die Chancen eines Patienten nach einem Schlaganfall sind, zu überleben und zu genesen: Wer die Beine im Sitzen übereinander kreuzen kann, hat bessere Aussichten.

Ist es wirklich so simpel? Kann ein Schlaganfallpatient wenige Tage nach dem Vorfall seine Beine übereinander schlagen, dann hat er eine bessere Prognose für eine Erholung und Genesung als derjenige, dem das nicht gelingt? Neurologen am Klinikum der Universität München finden diese Einschätzung durch ihre Befunde bestätigt.

 

Wer seine Beine kreuzt, hat bessere Chancen

Bisher haben sie 34 Patienten beobachtet, die während des Aufenthalts in der Klinik nach einem Schlaganfall spontan die Beine kreuzten. Und weitere 34, die das nicht taten. Dabei stellten sie fest, dass die Beinekreuzer deutlich weniger unter Sprach- und Bewegungsstörungen litten. Sie konnten auch viel eher wieder selbständig leben. Allerdings war dieser Effekt nur bei Patienten zu beobachten, die die Beine innerhalb von 15 Tagen nach dem Schlaganfall übereinander schlugen.

Eine Erklärung für dieses Phänomen versuchen die Ärzte noch zu finden. Eine könnte sein, dass das Beinekreuzen eine unwillkürliche Bewegung ist, also eine vom Unterbewusstsein gesteuerte. Und wenn die noch funktioniert, könnte das ein Indiz dafür sein, dass gewisse Regionen des Gehirns weniger stark vom Schlaganfall betroffen sind.


WANC 12.10.2011
Quelle: Neurology, 11. Oktober 2011

 

 





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