Wann sollte ich wegen einer Schlafstörung zum Arzt?

Kurzzeitige Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen kommen aufgrund alltäglicher Belastungssituationen auch bei gesunden Menschen hin und wieder vor und sind zunächst kein Grund zur Sorge. Ob Sie sich wegen einer Schlafstörung an einen Arzt wenden sollten, hängt maßgeblich davon ab, wie sehr Sie darunter leiden.

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Der Arzt wird Ihre Schlafprobleme und deren Behandlungsbedürftigkeit anhand folgender Fragen einordnen. Zugleich bekommen auch Sie selbst ein besseres Gefühl für Ihre Probleme, wenn Sie sich diese Fragen versuchen zu beantworten.

Wichtige Fragen zur Einordnung

  • Haben Sie vor allem Probleme mit dem Einschlafen oder eher mit dem Durchschlafen? Oder beides?
  • Schlafen Sie insgesamt kürzer als sonst?
  • Schlafen Sie unruhiger als früher?
  • Fühlen Sie sich morgens unerholt?
  • Empfinden Sie die Wachzeiten vor dem Einschlafen oder während der Nacht als zermürbend lang?
  • Treten Ihre Schlafprobleme dreimal oder öfter pro Woche auf?
  • Wie lange leiden Sie schon darunter? Länger als vier Wochen?
  • Wie geht es Ihnen tagsüber? Sind Sie sehr müde und abgeschlagen?
  • Können Sie sich nicht mehr so gut konzentrieren, sind Sie weniger leistungsfähig?
  • Grübeln Sie tagsüber viel über Ihre Schlafprobleme nach? Fürchten Sie sich vor den Folgen der Schlaflosigkeit?
  • Leidet Ihr Privatleben oder Ihr Beruf unter Ihrer Schlafstörung?

Ohne Abhilfe kann es sich verschlimmern

Das Wohlbefinden am Tag kann trotz einer Schlafstörung durchaus noch eine Weile unbeeinträchtigt sein, bevor es zu den leidvoll empfundenen Beschwerden kommt. Wenn die Schlafstörung anhält, kann es sein, dass Sie leichter erregbar und auch reizbarer werden, eventuell sogar aggressiver. Häufig kommt es irgendwann auch zu Angstzuständen und depressiven Verstimmungen sowie Muskelschmerzen. Allerspätestens dann ist ärztliche Hilfe dringend erforderlich.

Beratung suchen, bevor sich ein Teufelskreis entwickelt

Es ist natürlich sinnvoll, sich schon frühzeitiger beraten und ggf. untersuchen zu lassen. Eine Schlafstörung wird nämlich nicht selten durch eine Fehlwahrnehmung ausgelöst. Vielleicht ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass uns Zeiträume beim Schlummern oder beim Wachliegen in der Nacht länger vorkommen, als sie es tatsächlich sind. Diese verzerrte Zeitwahrnehmung kann zum Eindruck einer Schlafstörung führen.

Dieser Eindruck kann sich durch wiederholtes Erleben und darüber Nachdenken manifestieren und weiter verstärken. Ohne eine korrigierende Reflexion durch eigene Objektivierungsmaßnahmen (schwierig) oder von außen, etwa mit ärztlicher Hilfe, kann sich ein Teufelskreis entwickeln. Dann wird aus der gefühlten Schlafstörung eine behandlungsbedürftige Krankheit.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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